Wunsch oder Pflicht

INTERVIEW: Lenah John

Am Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelten die führenden intellektuellen Köpfe der deutschen Gesellschaft eine Utopie der Universität. Professor Gerhard Vinnai untersuchte sie und erklärt, was heute noch davon übrig ist und wie es damit weitergehen soll.

Sie beschrieben die Universität 2010 als Dienstleistungsbetrieb, der das Bildungsideal, wie es ursprünglich gedacht war, nicht mehr erfüllt. Entspricht das noch der Realität, oder hat sich etwas verbessert?
Ich bin ja schon ein paar Jahre von der Uni weg, aber von dem, was ich so mitkriege, hat es sich eher verschlechtert. Es gibt Tendenzen die extreme Reglementierung weiterlesen…

Stechuhr am Campus

Das Collegium Jenense hat sich in 469 Jahren zu Thüringens einziger
Volluniversität entwickelt. Gleichzeitig wuchs Jena von einer provinziellen Kleinstadt zu Thüringens zweitgrößter Großstadt an. Über eine Symbiose.

von Johannes Kaiser

Ein Zeitsprung in das Jahr 1974. Ein trister Stahlbetonbau. Die Glocke am Universitätshauptgebäude schlägt Zwölf. Eine Gruppe Arbeiter geht zur Stechuhr, um ihre Schicht zu beenden. Sie unterhalten sich über den Speiseplan der Kantine. Es sind Arbeiter des Zeisswerkes in der Carl-Zeiss-Straße 3.
Knapp einen Kilometer entfernt wartet ein Professor des Institutes für Gesellschaftswissenschaften am Fahrstuhl des Uniturms. Gerade hatte er in der Arbeiter- und Bauernfakultät in der August-Bebel-Straße 4 ein Seminar in Marxismus-Leninismus geleitet. Er muss nur schnell in den 24. Stock in seinem Büro vorbeischauen, um die Unterlagen für die nächste Vorlesung zu holen. Im Universitätshauptgebäude warten im Hörsaal 24 einige Studierende. Da die Vorlesung zum wissenschaftlichen Sozialismus verpflichtend zum Grundstudium eines jeden Studierenden gehört, ist der Hörsaal bereits früh gefüllt.
Zurück in die heutige Zeit. weiterlesen…

“Du feierst eben gern”

Immer weniger Menschen trin­ken Alkohol – Studenten aber regelmäßig. Ab wann das gefährlich wird und warum gerade jungen Menschen oft gar nicht bewusst ist, dass sie abhängig sind.

Von Paula Swade
Mitarbeit: Benjamin Rix

 

K. sieht nicht so aus, wie man sich einen ehemaligen Alkoholiker vielleicht vorstellen würde. In seinen 20ern mit Cap, langen Haaren und Student, wirkt er wie ein Durchschnittstyp. Nicht wie jemand, den man bei den Anonymen Alkoholikern antrifft. weiterlesen…

Forrest läuft und läuft

In dieser Serie widmen wir vermeintlichen und echten Meisterwerken Liebeserklärungen und Hasstiraden. Diesmal: Forrest Gump.

Von Paula Swade

 

Soldaten marschieren durch den vietnamesischen Urwald. Es regnet. Plötzlich hört der Regen auf. Stattdessen fliegen Geschosse durch die Luft. Alle werfen sich zu Boden. Jemand brüllt: „Lauf Forrest, lauf!“. weiterlesen…

Beuys will be Beuys

Ein Bewunderer, der seinem Idol ein Loblied singen will und dafür dessen Perspektive einnimt: So verhält es sich mit Andres Veiel und seinem Film Beuys.

Von Benjamin Rix

 

„Zerschleißen muss man sich. Sonst hat es gar keinen Zweck.“ Joseph Beuys lacht ein erstes, starres Schwarz-Weiß-Lächeln. Im Laufe der nächsten hundert Minuten lernt der Zuschauer alles über ihn oder eher alles und nichts. weiterlesen…

Stimme gegen Tyrannei

Die FSU verleiht der Schriftstellerin Herta Müller die Ehrendoktorwürde. Ihr Leben ist von Tragädien gezeichnet, ihre Sprache berührt bis heute.

Von Sandra Trienekens

 

„Das Mitgefühl war im Schnee: Wir zogen die Toten aus und nahmen uns ihre Kleider, und der Schnee deckte sie zu.“ Das Mitgefühl, das sie im Schnee sieht, sehen andere in ihrer Sprache weiterlesen…