In Lobeda schmeißen sie Hunde

Die Platte und ihre zahlreichen Vorurteile

Von Stefan Montag und Vera Macht

Foto: Katharina Schmidt 1.700 Studenten haben die Platte als Zuhause gewählt.

Das Schönste an Lobeda ist die Straßenbahn in die Stadt. Jeder, der das Geld dazu hat, zieht weg. Übrig bleiben Arbeitslose, Alleinerziehende, Rentner und Migranten. Und ein paar Studenten natürlich, die notgedrungen dort wohnen: aus finanziellen Gründen oder auch der Wohnungssituation wegen. Was will man auch in Lobeda? Riesige Wohnbunker, eng vereint in grauer Tristesse, kulturelles Brachland. Ideale Bedingungen für das, was man heute einen sozialen Brennpunkt nennt: hohe Kriminalitätsrate, Hartz-4-Empfänger, schwer erziehbare Jugendliche.
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Ein Treueschwur

Die Geschichte Neulobedas

Von Christian Fleige

Foto: Katharina Schmidt 1964 erfolgte der erste Spatenstich für die spätere Trabantenstadt.

„Am 1. Dezember 1967 erfolgte die Schlüsselübergabe. Einziehen durfte man jedoch noch nicht – nur einräumen“, erinnert sich Norbert Müller an seine persönliche Anfangszeit in der Theobald-Brenner-Straße in Neulobeda, ein Begriff, der sowohl Lobeda-West als auch -Ost umfasst. „Der Grund für die vorweihnachtlichen Verzögerungen war das kleine Kohleheizwerk in unserer Straße“, fügt Herr Müller hinzu. Es sei einfach noch nicht in Betrieb genommen worden. Dies passierte aber nur wenige Tage später und die Fernwärme füllte die neuen Wohnungen mit Gemütlichkeit. Die ersten Bewohner Neulobedas durften einziehen.
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„Denken find’ ich immer gut!“

Der neue Bildungsminister Christoph Matschie im Interview

Das Gespräch führten Philipp Böhm und Louisa Reichstetter


Foto: Akrützel/Katharina Schmidt

Erfurt, 20. November. Christoph Matschie erscheint in Begleitung seines Pressesprechers im Foyer des Landtages und bittet zum Interview ins Restaurant „Feininger“. Denn eigene Räume, so sagt der neue Bildungsminister, habe er noch gar nicht.

Herr Minister, wie stehen Sie als Sozialdemokrat eigentlich zum Slogan „Denkfabrik Thüringen“?
(schmunzelt) Also, denken find‘ ich immer gut. Aber ob das eine Fabrik sein muss, da habe ich meine Zweifel. Ich will, dass jenseits von Slogans begriffen wird, dass Bildung und Kreativität das Wichtigste sind, was diese Gesellschaft hat. Ohne gute Bildungspolitik können Menschen ihre Chancen im Leben nicht entfalten.
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Studentenferne Orte

Teil 20: Das Pfand- und Auktionshaus

Von Janina Rottmann

Ob er sich wohl für Honecker-Porträts begeistern lässt?
Foto: Akrützel/Katharina Schmidt

In einem unscheinbar wirkenden Neubau in der Saalstraße gegenüber des Beate-Uhse-Ladens liegt das Paradies. Zumindest für Liebhaber und Sammler von Antiquitäten. Auf drei Etagen stapeln sich im Pfand- und Auktionshaus Jena Uhren, Schmuckstücke jeglicher Art, Geschirr, Gemälde und sogar Schusswaffen. Sie warten in Vitrinen und Regalen auf einen stolzen Besitzer, der sie in die heimische Vitrine stellt.
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Eine Frage der Einstellung

Blutspenden als Studentenjob

Von Christoph Worsch

Foto: Akrützel-Archiv

Die Blutspende – eine gute Sache. Spenden gegen Geld? Eine umstrittene Praktik, die an fast jeder Blutspendeeinrichtung durchgeführt wird. In Jena gibt es zwei Möglichkeiten, um Blut oder Plasma zu spenden und dafür bezahlt zu werden: zum einen die privatwirtschaftliche Einrichtung „Haema“ in der Goethe-Galerie, zum anderen das Transfusionsinstitut der Uniklinik in der Stoystraße. Auch wenn sich beide Einrichtungen im Kern ähnlich sind, bestehen deutliche Unterschiede.
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