Aufgewühlt

Razzia bei Jenas Stadtjugendpfarrer

Von Johanne Bischoff




Der blaue Lauti der JG wurde beschlagnahmt und nach Dresden transportiert
Foto: Haskala

„Es begann mit einem Anruf früh um sechs von meinem Vater aus seinem Wanderurlaub“, erinnert sich Katharina König. „Er hat mir mitgeteilt, dass die sächsische Polizei bei ihm eine Hausdurchsuchung durchführen wird und er hat mich gebeten, als Zeugin für ihn daran teilzunehmen.“ Sie spricht vom Morgen des 10. August 2011, dem Tag an dem die Wohnung ihres Vaters, dem Stadtjugendpfarrer Lothar König, von der sächsischen Polizei durchsucht wurde. weiterlesen…

Endstation Industriegebiet

Thüringer Flüchtlinge protestieren gegen gesetzliche Schikanen

Von Kay Abendroth




Foto: Marco Fieber

Haben es Flüchtlinge erst einmal über die europäische Außengrenze geschafft, heißt es für diejenigen, die nicht sofort wieder abgeschoben werden: warten. Manchmal jahrelang. Während das Asylverfahren läuft, führen sie in der Regel alles andere als ein normales Leben. Sammelunterkünfte, Residenzpflicht und Gutscheine als Zahlungsmittel verhindern in Thüringen nicht nur eine Integration, sondern grenzen Flüchtlinge vielmehr aus der Gesellschaft aus. weiterlesen…

„Lothar, wir wissen, wo dein Auto steht!“

Spontandemo nach Wohnungsdurchsuchung bei Jugendpfarrer Lothar König in Jena

von Johanne Bischoff



Foto: Jan-Henrik Wiebe

Am 10. August fanden sich rund 300 Menschen vor der Jungen Gemeinde-Stadtmitte (JG) Jena ein. Sie sprachen sich in Form einer spontanen Demonstration gegen die fragwürdigen Methoden der sächsischen Justiz aus. weiterlesen…

Was, wenn Saturn auf dem Platz der Kosmonauten einschlägt?

Der Eichplatz soll bebaut werden – schon seit 20 Jahren arbeitet man daran, jetzt könnte der Traum wahr werden

Von Johanne Bischoff und Isabel Schlegel

Eichplatz

Foto: Katharina Schmidt

Thomas Rüster hat einen schweren Job. Er träumt davon, etwas zu verändern, doch dafür muss er die widersprüchlichsten Wünsche und Ideen unter einen Hut bekommen. Sein langwierigstes Projekt ist dabei der Eichplatz, ein riesiger Parkplatz voller Schlaglöcher, Pfützen und Betonplatten. Seit 20 Jahren will der geduldige Stadtentwickler diese „große, klaffende Wunde“ im Herzen der Stadt flicken. Zwei riesige Gebäude mit bis zu fünf Stockwerken sollen den Hinterhof des Jentowers bald mit Leben füllen, die parkenden Autos werden vermutlich unter die Erde verbannt. 2013 könnte mit dem Bau begonnen werden. Vorausgesetzt, nicht allzu viele Bürger verirren sich in den nächsten Wochen in Thomas Rüsters urwaldartiges Büro, um ihre Einwände gegen den jetzigen Bebauungsplan zu Protokoll zu bringen.
Ein Bebauungsplan bildet den Rahmen dafür, was und wie gebaut werden darf. Egal, wer den Eichplatz am Ende kauft, er wird sich an die Vorgaben halten müssen. Die Stadt kann mit einem Bebauungsplan also sicherstellen, dass sich ein Gebäude optisch ins Stadtbild integriert und gebaut wird, was benötigt wird. Wie detailliert solch eine Regelung ausfällt, ist unterschiedlich. weiterlesen…

Der kleine große Saal

“Salon der Künste” in der Lutherstraße eröffnet

Von Philipp Böhm

Ein bisschen Boheme muss sein. Foto: Katharina Schmidt

Ganz still und heimlich hat sich abseits des kulturellen Betriebs im Stadtzentrum ein neuer Künstlertreffpunkt etabliert: In der Lutherstraße 7 haben die beiden Künstler Enrico Leimer und Stefan Berke im Herbst letzten Jahres den „Salon der Künste“ eröffnet. Dort hatte sich bereits seit sechs Jahren Leimers offenes Atelier befunden. Mit dem Salon möchten beide nicht nur eine neue Galerie aufbauen und einen Schauraum für Künstler bieten, sondern insgesamt die Jenaer Kunstszene beleben: „Wir haben eine nicht zu unterschätzende Menge an Künstlern in Jena, hier ist ein Haufen Potential vorhanden“, meint Leimer. Eine lebendige Szene gebe es jedoch nicht, was auch daran liege, dass die Räumlichkeiten fehlten. Deshalb soll der Salon der Künste neben den regelmäßigen Ausstellungen vor allem einen Treffpunkt bieten – für Künstler und kreative Köpfe, die hier gepflegten Gedanken- und Erfahrungsaustausch betreiben können.
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In Lobeda schmeißen sie Hunde

Die Platte und ihre zahlreichen Vorurteile

Von Stefan Montag und Vera Macht

Foto: Katharina Schmidt 1.700 Studenten haben die Platte als Zuhause gewählt.

Das Schönste an Lobeda ist die Straßenbahn in die Stadt. Jeder, der das Geld dazu hat, zieht weg. Übrig bleiben Arbeitslose, Alleinerziehende, Rentner und Migranten. Und ein paar Studenten natürlich, die notgedrungen dort wohnen: aus finanziellen Gründen oder auch der Wohnungssituation wegen. Was will man auch in Lobeda? Riesige Wohnbunker, eng vereint in grauer Tristesse, kulturelles Brachland. Ideale Bedingungen für das, was man heute einen sozialen Brennpunkt nennt: hohe Kriminalitätsrate, Hartz-4-Empfänger, schwer erziehbare Jugendliche.
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