Welche Solidarität?

Ein Blick auf die Semestertickets der Unis Halle und Leipzig

von Peter Neumann

Die Entscheidung bei der Urabstimmung fällt nicht nur für oder gegen das neue Modell. Mit einem Contra-Votum könnten neue Verhandlungen auch neue Alternativen mit sich bringen.
Um sich über andere mögliche Formen eines Semestertickets klar zu werden, genügt schon ein Blick in die Semesterticket-Landschaft unserer Partneruniversitäten Leipzig und Halle. Dort haben die Studenten nämlich gerade im letzten Jahr über ein landesweites Semesterticket abgestimmt: und sich mehrheitlich dagegen entschieden! An der Leipziger Uni waren es 53 Prozent der abgegebenen Stimmen, die ein Vollticket für unangebracht hielten, an der Hallenser Uni etwas deutlichere 67 Prozent. Unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle nicht, dass sich die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur sowie die Fachhochschule für Telekommunikation (beide Leipzig) für das vollsolidarische Modell entschieden haben. Aber was heißt eigentlich vollsolidarisch? Und welche Alternativen standen überhaupt zur Wahl?
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Volle Pleite

Warum das 4-dip-Festival gescheitert ist.

Das Gespräch führte Conrad Ziesch

Anlässlich der 450-Jahr-Feier der FSU hatte das Kulturreferat des Stura im August das internationale Fest Four Days in Paradise (4dip) organisiert. Es sollte die größte studentische Initiative im Jubiläumsjahr werden. Der Titel der Veranstaltung versprach viel. Vielleicht zu viel, wie Mitorganisator Christian Triebel rückblickend meint.

“Es hätte besser laufen können”, sagt Christian Triebel.
FOTO:Conrad Ziesch

In den vier Veranstaltungstagen sind 3.000 Besucher zu eurem Festival gekommen. Wären außerhalb der Semesterferien nicht mehr zu erwarten gewesen?
Der Termin war sicher nicht der günstigste, das war uns von Anfang an bewusst. Wir befanden uns jedoch in einer Zwickmühle: Vorher fand die Kulturarena statt. Hätten wir den Termin später angesetzt, wäre der Sommer schon vorbei gewesen. Außerdem wollten wir den Studenten aus Europa die Möglichkeit geben, in ihren Semesterferien nach Jena zu kommen.

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Über Anfeindungen lachen können

Wolfgang Schäuble über seine Studentenzeit

Das Gespräch führten Kristin Haug und Conrad Ziesch

Eigentlich wollte Wolfgang Schäuble nach Jena kommen, als er den Termin an der FSU aber absagte, schlug er uns einen anderen Ort vor. Also trafen wir ihn im Juli in den MDR-Studios in Halle. Als er in einer schwarzen Limousine vorfuhr, fragten seine Securitymänner uns nach den Personalausweisen.

Politik war frühersein Hobby.
FOTO:Jens Borghardt

Streber oder Straßenkämpfer – Wie war er so, der Student Wolfgang Schäuble?
Ein Streber bin ich nie so richtig gewesen. Dafür habe ich im Studium zu viele andere Sachen gemacht. Ich hab immer viel Sport getrieben und mich politisch engagiert. Studiert habe ich natürlich auch noch einigermaßen erfolgreich. Ein Straßenkämpfer war ich auch nicht. Man sollte sich eher im System engagieren, als es außerparlamentarisch zu bekämpfen. Davon war ich schon als Student überzeugt.

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