Frei, gleich, verfassungswidrig

FSU muss Wahlordnung überarbeiten

von Bernadette Mittermeier

Es war als optimale Lösung für alle gedacht: 2009 kam im Senat der Universität die Idee auf, Online-Wahlen einzuführen. Für die Wählerschaft sollte es einfacher werden, ihre Stimme abzugeben. Die Universität wollte die Wahlbeteiligung erhöhen, die zuletzt bei mageren 13 Prozent gelegen hatte. Zudem sollten Kosten gespart werden, pro stimmberechtigter Person mindestens 50 Cent – ein Betrag, der bei so vielen Beteiligten ins Gewicht fällt. Ein Testversuch bei der Wahl der Graduiertenakademie 2010 war ein Erfolg. Als dann jedoch zwei Jahre später die Online-Wahl für alle universitären Gremien eingeführt werden sollte, begannen die Probleme.

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Ein Traum von Ilmenau

Die anstehende Stura-Wahl

von Benjamin Schmidt

IMG_3558-Bearbeitet_wpFoto: Daniel Hofmann

Nach der Stura-Wahl im Juni wird sich das Gremium radikal ändern. Zur Urne drängt es wohl dennoch kaum einen. 10,4 Prozent betrug die Wahlbeteiligung an der FSU im Jahr 2012.
Eine Verbesserung wird von den Wenigsten erwartet. Nach den in Thüringen sonst unerreichten 21,2 Prozent der TU Ilmenau kann man sich nur sehnen.
Dennoch zahlen Wähler wie Nichtwähler Jahr für Jahr 14 Euro an ihre studentischen Vertreter.
Etwa 300.000 Euro im Jahr stehen dadurch zur Verfügung. Wer soll diesen Betrag in Zukunft wofür nutzen?

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Durch den Verstärker

Rock und andere akustische Handarbeit

von Robert Pauli

Rockmusik braucht ihren Platz. Sie wird nicht nachts allein am PC mit Kopfhörern zusammengebastelt. Sie ist laut, sie ist live. Mit echten Bandkollegen und auch echt genervten Nachbarn. Sie braucht ihren Platz – und der ist im Kessel des Saaletals beileibe nicht das reichlichste Gut. Trotzdem gibt es eine Jenaer Rockszene. Und die hat gar keinen Grund, sich so bedeckt zu halten, wie sie es mitunter zu tun scheint.

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Keine Märchen mehr!

Der FSU-Stura verschleppt die Umsetzung von Urabstimmungsbeschlüssen

von Dirk Hertrampf

Es war einmal eine Versammlung von FachschaftsratsvertreterInnen.  Sie fand sich regelmäßig zusammen und besprach Themen, die für Studierende relevant waren. Sie trug kein rotes Käppchen und wurde FSR-Kom genannt. Um eine rechtliche Grundlage zu haben und ein offizielles Organ der Studierendenschaft werden zu können, veranlasste sie eine Urabstimmung. Deren erste Durchführung scheiterte, da nicht die erforderlichen 10 Prozent aller Wahlberechtigten teilnahmen. Beim zweiten Anlauf wurde die notwendige Beteiligung erreicht. 97,6 Prozent der Teilnehmenden stimmten für die Aufnahme der FSR-Kom in die Satzung des Stura. Da Urabstimmungsergebnisse für diesen bindend sind, hätte die  Satzung für die FSR-Kom unverzüglich erweitert werden müssen. Dann hätte es heißen können, Ende gut, alles gut.  Aber Pustekuchen!

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Politischer Akt

Fotoausstellung sorgt für Streit

von Bernadette Mittermeier

Wann immer Kunst und Politik aufeinandertreffen, kochen die Gefühle hoch. Die letzte Fotoausstellung in der Cafeteria in der Carl-Zeiss-Straße ist ein Musterbeispiel dafür. Vom 13. April bis zum 24. Mai hingen hier Aktporträts des Hobbyfotografen Rainer Koch. Die Bilder zeigten junge Frauen, die dem gängigen Schönheitsideal entsprechen – ein Ärgernis für alle, die auf alternativer Körperformen und Geschlechterkonzepte hinweisen möchten. Darum folgte, kaum hingen die Fotografien ein paar Tage, eine Reaktion: Es wurden Bilder aus dem Internet hinzugefügt, die unter anderem übergewichtige, körperlich behinderte und ältere Menschen zeigen, sowie Personen mit sowohl Brüsten als auch Penis.

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Gastbeitrag zu „Politischer Akt“
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Foto: Rainer Koch

Vom 13. April bis zum 24. Mai präsentierte der Fotoclub UNIFOK in der Cafeteria eine Gastausstellung des Hobbyfotografen Rainer Koch. Die Bilder zeigten Akte und Porträts junger Frauen, die mit erotischen Texten von Nicole Offhaus versehen waren. Eine anonyme Gruppe, die sich selbst als „das Kuratorium“ bezeichnet, hängte Fotografien von übergewichtigen, behinderten, älteren und trans*-sexuellen Menschen dazwischen. Ziel der Aktion war es, gegen gängige Schönheitsnormen und Vorstellungen von Sexualität zu protestieren.

Hier ein Gastbeitrag von Meike Boldt zum Artikel „Politischer Akt“ (Seite 16) unserer aktuellen Ausgabe 323. Meike ist Kunststudentin, Performerin erotischer Bühnenshows und setzt sich seit  mehreren Jahren intensiv mit queerfeministischer Kunstkritik auseinander. Wir danken ihr für diesen Artikel.

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