Endstation Thüringen: Wasungen

Woesinge ahoi! Paradies, Pappmachée und Party-Populismus – unter dem Motto „Wir könnens immer noch“ fand in der ehemaligen DDR-Faschingshochburg Wasungen am 18. Februar das erste Mal seit 2020 wieder ein Heidenfest statt. Tausende Karnevalsbesucher am Rand des Umzugs und des politischen Spektrums füllten das 3000-Einwohner-Städtchen und versetzten es in einen Ausnahmezustand.

von Veronika Vonderlind

Ausgelassene Partystimmung im sonst unaufgeregten Wasungen. Foto: Veronika Vonderlind

Zwischen Pappmachée-verkleideten Traktoranhängern und Trommelgruppen marschieren und tanzen am 18. Februar glitzernd geschminkte Traumfänger, wuschelige Waschbären und Avatar-entlehnte Na’vi. Der aus 89 Gruppen bestehende Umzug läuft dieses Jahr zum 487. Mal durch die fachwerkhausgesäumten Straßen Wasungens, einer kleinen Stadt im Südwesten Thüringens. Obwohl der Ort normalerweise kaum Fremde anlockt, bevölkern heute etwa so viele Besucher wie Einwohner die Faschingsmeile. An den Wagen angebrachte Kanonen schießen fröhlich Papierschnipsel in die Menge und das regionale Faschingsmantra Ahoi! schießt zurück. Die Kinder lassen sich, wie im Karneval üblich, staunend und bereitwillig mit Süßkram – oder im Karneval-Sprech: „Kamellen“ – bewerfen. Ihre erwachsenen Begleiter konsumieren den nachmittäglichen Paradentrubel entweder apathisch, aber mit Hütchen, oder euphorisch alkoholisiert. 

Der Zug hat keine Bremsen

Nach dem Vorbeiziehen des letzten Wagens räumen die Familien allmählich das Feld, um den meist schon schwankenden Karnevalisten den Weg zum finalen Vollrausch freizugeben. Dazu trinkt man hier Nikolaschka, eine regional bekannte Rezeptur, die Rum genießbar macht. Dieser wird als Shot nach dem Biss in eine mit Zucker und Kaffee bestreute Zitrone gekippt und schmeckt in dieser Kombination mindestens unkonventionell. Hierfür öffnen auch dieses Jahr längst geschlossene Kneipen und Lokale ihre Pforten, um nach Aschermittwoch für die nächsten Jahreszeiten wieder zu schließen. Um den Schein einer lebendigen Feierszene zu erzeugen, lassen selbst Privatpersonen Feiernde in ihr Zuhause. Bis alle Hemmungen verschwinden, trinken die Verkleideten weiter, sodass schon am späten Nachmittag die konfettibedeckten Straßen vom Gröhlen, Stolpern und von körperlichen Ausfällen dominiert werden. Vereinzelt stehen abends die großen Umzugswagen samt ihrer Gruppen derangiert herum und erscheinen ohne die Ordnung und kindliche Fröhlichkeit der Parade sehr viel weniger magisch. Die Maskerade ist verschmiert, braunes Kaffeepulver säumt die Münder und die Eisprinzessin vom Nachmittag tanzt weggetreten mit Erich Honecker zu Dance Monkey

Geordentes Chaos

Viele der Hardcore-Narren sind über 40 und jedes Jahr in Wasungen dabei. In begrenztem Raum und begrenzter Zeit genehmigen sie sich die Illusion, völlig frei von Konventionen und Restriktionen zu sein. Genuss scheint das für viele nur mit dem Wissen zu sein, dass dieses Chaos kontrolliert ist: So wird die Stadt ab elf Uhr polizeilich abgeriegelt und das Eintreten an den Kauf eines Bändchens gebunden. Moralische Legitimation für das schwere Tagtrinken inklusive. Auch verlockend ist der Luxus, die karnevalistische Szenerie mit ihrem Müll und Schmutz nach befriedigter Feierlaune wieder verlassen zu können. So reisen die vielen Ortsfremden am Abend wieder ab. Was bleibt, ist eine fünf Zentimeter dicke Schicht aus Flaschen, Schnipseln und Kamellen auf den Straßen des wieder eingeschlafenen Wasungen, wo selbst der Bäcker nur sporadisch öffnet und ein Passant eine Alltagsattraktion ist. 

Narrenfreiheit oder Montagsdemo

Gemäß der gepriesenen Narrenfreiheit soll der Diskurs an Fasching von allen Beschränkungen befreit werden: keine Tabus, alles soll sagbar sein. Zurück geht das auf das Konzept des mittelalterlichen Hofnarren, der lustig verkleidet und für seine Scherze nicht strafbar war. Somit war ihm allein das Aussprechen gewisser Wahrheiten vorbehalten. Diese Narrenfreiheit hat sich der Fasching angeeignet und mit ihm profiliert sich auch der Wasunger Karnevalsverein WCC. Politische Korrektheit ist wie das exakte Gegenteil dieser Diskursart und gilt als verpönt.

Die Ampelkoalition erfreut sich auf dem Wasunger Karneval keiner großen Beliebtheit. Foto: Veronika Vonderlind

Trotz dieser traditionellen totalen Redefreiheit sind die im Umzug aufgegriffenen Themen und die entsprechenden Positionierungen überraschend homogen: Ampel, Gas, Corona, Gendern und Migration sind die zentralen Schlagwörter, die diesen Party-politischen Faschingsaustausch zusammenfassen. Ungefähr ein Viertel der Umzugsbilder lässt sich darin einordnen und positioniert sich in ihm ernüchternd erwartbar: Habeck, Baerbock und andere Ampel-Politiker schmücken im teils dilettantisch gebastelten Pappkopf-Format etliche Wagen und werden kreativ als blöd und dumm bezeichnet. Zwischen Kätzchen und Prinzessinnen trifft man auf eine Gruppe maskierter Schildträger, die in stumm-bedrückender Präsenz „Migrationskrise“ und andere populistische Schlagbegriffe präsentieren. Aus dem Zuschauerbereich klingen vereinzelt exaltierte Echos der stichwortartigen Kurzstatements. Ein Holocaust-Vergleich prangt närrisch an einem Wagen über hohe Gaspreise. Laylas Auftritte wirken da kaum noch nennenswert. 

Inwieweit all das für diese traditionsbewussten Thüringer tatsächlich dem Brauch entsprechend ein witziger Ausnahmezustand ist, bleibt fraglich. Genauso wie die Frage danach, ob in der 40-tägigen Fastenzeit ein Verzicht auf Rauschzustände und emotionalisierte rechte Statements zu erwarten ist.


Kommentare

18 Antworten zu „Endstation Thüringen: Wasungen“

  1. Andreas Rüttinger

    Wenn ihnen Karneval kein Spass macht einfach eine Tüte über den Kopf und daheim bleiben.

  2. Als gebürtige Wasungerin und Karnevalistin finde ich diese Berichterstattung erschreckend. Gewiss sind viele Punkte durchaus real, wenn auch zynisch überspitzt dargestellt. Allerdings lässt man völlig außer Acht, dass es Menschen gibt, denen der Karneval bereits seit Jahrzehnten am Herzen liegt. Viele der Umzugsgruppen legen über Monate viel Zeit, Geld, Geduld, Mühe und Enthusiasmus in die Realisierung der Kostüme und Umzugswägen. Alle Teilnehmer des Wasunger Karnevals, ob “Ortsfremde” Besucher oder Teilnehmer des Umzuges, über einen Kamm zu scheren, finde ich somit mehr als abwertend. Auch die Meinungsfreiheit, die eurerseits als scheinbar stupide abgestempelt wird, teilt nicht meine Wahrnehmung des großen Ganzen, auch wenn manche Teilnehmer die Aufmerksam der Öffentlichkeit sicher in einer fragwürdigen Linie nutzen. Schade, dass ein augenscheinlich so junges Team Autoren eine so begrenzte Berichterstattung an den Tag legt und somit eine Jahrhundert-alte Tradition in ein solches Licht rückt.

  3. P. Schmidt

    Sehr geehrte Redaktion
    Jeder hat das recht seine Meinung frei zu äußern aber bevor man dies tut sollte man erst darüber nachdenken worüber man schreibt. Unser Brauchtum wird nächstes Jahr 500 Jahre alt und es ist uns Narren bewusst das wir gerade mal 487 Umzüge gefeiert haben. Aber genau das ist das was uns wasunger zusammenhält. Wir sind ein Volk für sich und die letzten Jahre waren nicht leicht. 2 Jahre war der Karneval Corona bedingt ausgefallen und als es hieß der Elferrat soll neu gegründet werden stand auch nicht fest wie wir den Karneval feiern können. Uns war nur bewusst das wir alle zusammen halten und das beste herausholen. Unter dem Motto,,mie könne‘s ümmer nooch‘‘ haben wir den Auswertigen gezeigt das die wasunger Narren ihre Tradition auferheben und alles dafür tun.
    Also ist es an eurer Schülerzeitung bitte daran zu denken was für Herzensblut wir Narren hier in unseren Karneval stecken!
    Bitte überlegt euren zynischen und abwertenden Bericht und stellt die wasunger Narren bitte nicht in solch ein Licht.

  4. Ä Woesinger Mäche

    Man muss Karneval nicht mögen. Das ist absolut akzeptierbar und für viele sicherlich sogar nachvollziehbar. Dann bleibt man eben zu Hause und spielt Schach oder amüsiert sich mit einem Puzzle.
    Wenn man dann aber doch hingeht und sich dem Ganzen aus journalistischer Sicht widmet, was sich das Akrützel ja auf seine Fahnen schreibt, dann sollte man sich aber Mühe geben. Das fängt mit ganz kleinen Dingen an, z.B. dass in Wasungen keiner von Kamelle spricht – wir sind ja schließlich nicht im Rheinland. In Wasungen heißt so etwas „Zöckerle“, denn Wasungen hat seine eigene Mundart, über die man sich übrigens im Wasunger Stadtmuseum auch sehr gut informieren kann, wenn man dazu recherchieren möchte. Noch einfacher dürfte es herauszufinden sein, dass ein Nikolaschka nicht aus Rum besteht, sondern aus Goldkrone (ein sagenumwobener Weinbrand aus einem Land, was es nicht mehr gibt).
    Darüber könnte man lächelnd hinwegsehen und es als Nichtigkeit („ä sölbernes Nichtsle“ auf Wasunger Platt) abtun, jedoch steht es symptomatisch für das Desinteresse und die journalistische Unprofessionalität, mit der der gesamte Artikel verfasst wurde:
    Privatpersonen heißen Fremde bei Ihrer Feier zu Hause willkommen? Das klingt für mich nach Gastfreundschaft!
    Die Stadt, durch die eine Bundesstraße führt, wird abgesperrt, damit ein Karnevalsumzug die Straßen passieren kann? Das scheint eine sehr gute Idee zu sein, um Verkehrsunfälle für Teilnehmer und Besucher zu vermeiden.
    Was die dargestellte Themenvielfalt anbetrifft, so war diese tatsächlich um einiges breiter, als von der Autorin wahrgenommen. So war die Umweltverschmutzung der Meere dargestellt und auch die Herren Ramelow und ein gewisser Herr Höcke wurden aufs Korn genommen. Vermutlich lag das vorhandene Unverständnis auch hier wieder an der vorhandenen Sprachbarriere, denn auch die Karnevalswagen und deren Aussagen sind in Wasunger Mundart formuliert. Da lohnt sich ein zweiter Blick oder ein Gespräch mit Einheimischen – die helfen da gern weiter.
    Und im Übrigen wurde schon immer die jeweilige Regierung im Rahmen des Wasunger Karnevals kritisiert, ob sie nun in Form der SED, schwarz-gelb oder der Ampel daherkam. Da sind die Wasunger doch sehr für Gleichberechtigung.
    Apropos Gleichberechtigung: Im Elferrat des WCC sind Frauen ganz selbstverständlich Teil des Gremiums – das mag erklären, warum sich über Gendersternchen amüsiert wird, anstatt sie als drängendstes Problem wahrzunehmen.
    Was aber gar nicht geht: Die Beschreibung eines Holocaust-Vergleichs an einem Umzugswagen. Wenn dem so war, dann hat die Autorin ihre Beobachtung sicherlich den zahlreichlichen anwesenden Polizeibeamten mitgeteilt, damit dem nachgegangen werden kann. Eine solche Behauptung nur ins Netz zu stellen und eine Stadt dadurch zu verunglimpfen, geht aber eben auch nicht.

    Ä Woesinger Mäche

  5. Anna Lena

    Finde es super, dass die Traditionen dahinter, wie zum Beispiel die Taufen und Veranstaltungen, die Karnevalszeitung und die Kinderumzüge sowie Kinderveranstaltungen bei diesem Beitrag überhaupt nicht erwähnt werden, sondern Wasungen so dargestellt wird, als wäre es einfach nur ein Sauffest für „Ü40 – Leute“. In diesem Artikel werden wie gesagt mal wieder nur die „schlechten Seiten“ des Wasunger Karnevals präsentiert und das ist, wie ich finde, nicht fair. Kein Wort fällt vom ehemaligen Karnevalspräsidenten, der über 20 Jahre im Amt war und sich für den Verein eingesetzt hat, nichts hört man von dem Tanzverein mit Tanzmariechen weder vom Fanfarenzug, der in der Umgebung und weiter weg einen sehr guten Ruf hat. Sicherlich sind manche Umzugswägen sehr grenzbelastest. Aber wir sind hier in einem Land wo jeder seine Meinung sagen kann und Karneval ist nun mal dieser Ausnahme – Tag, an dem man diese Kundtun darf. Es sind nun mal aktuelle Themen über die sich der Großteil der Bevölkerung ärgert und nicht nur diese eine Gruppe beim Umzug. Genau dafür ist dieser nämlich gedacht – um unverfroren seine Meinung zu äußern, egal was da eine Studentenzeitung drüber denkt. Unser Heidenfest ist fast 500 Jahre alt und in diesem Zeitungsausschnitt wird es so dargestellt, als ob es aus Prinzip nur ein Fest zum Saufen ist. Es kann ja jeder seine Meinung haben, aber dieser Artikel ist eben (meiner Meinung nach) sehr negativ belastet und steckt die kleine Stadt Wasungen in ein sehr schlechtes Licht.

  6. Bertelsen

    Hallo Redaktion!

    Ich frage mich, mit welchem Recht oder Auftrag, die Redaktion solche provokante Zeilen und intoleranten Beitrag über Wasungen ins Netz stellt.

    Fragt Ihr Euch nicht, was in dem Land seit 2020 schief läuft oder wer die Gesetze aushebelt und Steuern verschwendet?

    Hier meine Gedanken dazu!
    „Kadavergehorsam

    Blind mit Maske abhängig und geblendet.
    Wie Lemminge im Gruppenzwang.
    Sind wir nicht alle ein bisschen Hoeneß.
    Scholzen wir jetzt oder na ja, nur weil wir nichts verkaufen, sind wir nicht insolvent.

    Kriegstreiber im Westen, ein in die Enge getriebener Bär von Gelb/blauen Oligarchen,/Schauspielern,/Boxern/ mit Hakenkreuzen versehenden Soldaten mit Feuer bedroht, die keine Rücksicht auf Ihre Landsleute nehmen.

    Eine von Lobbyisten getriebene Politik zu unterstützen und meinen sie sind besser als ein Putin, die sich mit Waffen einmischen und somit offiziell dem Krieg beitreten.

    Die, die den Nürnberger Codex missachten und das Grundgesetz mit Füßen treten, Gesetze aushebeln oder missbrauchen, Steuern verschwenden und unsere wundervollen Sitten und Gebräuche sowie unsere herrliche Sprache verschandeln oder sogar abschaffen versucht.“

    Irgendwann ist Schluss mit dieser Politik, mit dieser heuchlerischen Klima-, Gender-, Angst- Inquisition.

    Das Problem sind Mitmenschen, die hirngewaschen und abgerichtet des Mainstreams und schwimmend in der Masse dazu beitragen, diesen Irrsinn zu publizieren.

    Mir scheint, dass es Euch egal ist, wie ketzerisch, subjektiv und suggestiv dieser Artikel und m.M. nach auch andere die ich überflogen habe sind!

    Als Journalisten sollte die Aufgabe sein, kritisch zu hinterfragen und die Informationen zu sammeln um Beiträge zu erstellen. Das vermisse ich leider und schließe hiermit meinen Kommentar.

    Beste Grüße

  7. Mandy Türk

    Wer so was Schreibt ist wirklich nicht ins Geschehen eingebunden und sollte sich mit seinen Äußerungen etwas zügeln

  8. Heiner Eschrich

    Frau Vonderlind sollte sich für diesen herabwürdigenden Artikel schämen ! Der Volkskarneval besteht schon bald 500 Jahre ; ist eine Tradition und wer das nicht mag , sollte da auch nicht hingehen . Leben und leben lassen !!! Gruss Heiner Eschrich

  9. Henneberg

    Ich habe schon viele Artikel über den Karneval in Wasungen gelesen und war fröhlich überrascht, dass in Jena auch darüber gesprochen wird.

    Leider wohl anscheinend wieder von jemanden der weder Interesse an Karneval noch der wasunger Geschichte hat. Wieder ein Artikel indem die Leistung hunderter Menschen, egal ob Organisatoren, die sich bemühen die lustige Tradition trotz aller Schwierigkeiten stattfinden zulassen oder den Teilnehmern des Umzugs, die als unabhängige Gruppen viel Liebe und Handarbeit in die Wagen und Kostüme stecken, einfach degradiert werden. Ganz zuschweigen von den Statements über Wasungen und die Kneipen in diesen Text.

    Wieder ein Artikel wo der Fokus auf unliebsame Wagen und Saufen gelenkt wird.

    Laut Artikel waren es ein Viertel aller Gruppen die “politisch” waren. Bei um die 100 Gruppen bei weiten nicht mehr soviel wie früher, aber anscheinend gut genug den Umzug wieder in irgendeine populisten und Montagsdemo zu schieben.

    Wenn die Bilder nicht in diesem zu Papier gebrachten, geistigen Ausflusses wären, könnte man meinen die Autorin hat nie den Karneval gesehen.

    Schade das so gut wie nie ordentlich mit den Karnevalisten gesprochen wird. Nie die Meinung dieser Leute hinterfragt wird. Nie gefragt wird was die Menschen so an diesen Fest fasziniert und Freude bereitet.
    Nein, man sucht konstant irgendwas worüber man sich beschweren kann.

    Schade. Da hätte ich von Jenas Hochschulzeitung mehr erwartet.

  10. Komplett Realitätsfremd und oberflächlich dieser Artikel. Zudem hat sich der Autor wohl auch nicht mit dem Thema “Karneval ” an sich beschäftigt. Umgangssprachlich würde man hier wohl ” Stock im Arsch” sagen. Eine echte Frechheit diesen Traditionsreichen Karneval so durch den Dreck zu ziehen. Aber was will man aus der Saalestadt am Rande Sachsens schon erwarten!

  11. Karnevalist

    Super einseitige Berichterstattung. Schon schade das Sie keinen Spaß haben konnten. Beim nächsten Mal lieber daheim bleiben.

  12. Knut Zentgraf

    Diesen Artikel kann nur ein Karnevalsmuffel oder oder jemand der keine Ahnung von Karneval geschrieben haben und ist eine Frechheit gegenüber jeden einzelnen Umzugsteinehmer…
    Übrigens, in Wasungen wird Karneval gefeiert, Fasching machen andere !
    Ahoi aus Wasungen

  13. thomas wolf

    Der Beitrag liest sich wie ein trauriger Abklatsch vom „ Schwarzen Kanal „ mit Karl Eduard von Schnitzler . Die Recherche ist sehr mangelhaft , mehr muss ich da nicht sagen . Passt aber in der heutigen Zeit , alles schlecht reden wenn man von nichts eine Ahnung hat .Und Die Umzugsteilnehmer bezahlen alles aus eigener Tasche , da ist es eben nicht perfekt . Die bekommen das Geld nicht mit der Post . Aber die Menschen haben Freude daran und machen das Jahr für Jahr gerne .

  14. K. Arends

    Den Bericht von V. Vonderlind über den Wasunger Karneval habe ich ein paar Mal gelesen, weil ich meinen Augen kaum traute. Ich empfinde ihn als ungeheure Verächtlichmachung des karnevalistischen Treibens, der Teilnehmer, Besucher und der Stadt.
    Dann muss in ihrer Tirade auch noch der ‚sporadisch‘ öffnende Bäcker im Ort herhalten. Sie sollte sich einmal fragen, warum er das wohl tut!
    Mein Fazit: Schlechte Recherche mit erhobenem politischen Zeigefinger.
    Werfen wir den Artikel in den Papierkorb!

    K. Arends

  15. Christa S.

    Werte Redaktion, eine Entschuldigung der Verfasserin dieses herabwürdigenden Artikels wäre das Allermindeste. Persönlich habe ich viele Jahre bei Umzügen mitgewirkt oder zugeschaut. Dem Namen nach zu urteilen, müsste Frau Vonderlind aus der Wasunger Gegend stammen. Eine knapp 500 jährige Tradition so in den Dreck zu ziehen….., manchmal wäre schweigen ggf. bei einem persönlichen Problem mit Karneval usw. angebracht. Bei FB haben andere Voderlinds positive Bilder vom Wasunger Karneval seit Jahren eingestellt.
    Übrigens Wasungen hat nicht 3000 Einwohner, falsche oder keine Recherche?
    In einem Artikel Schwarz/Weißbilder einstellen, warum? Sollte das bereits einen negativen Eindruck vermitteln?
    Würde die Dame z.B. auch so über Köln, Mainz schreiben?
    Über diesen Artikel kann ich nur einfach feststellen, unpassend, falsch, persönliche Animosität oder was wollte die Dame sonst damit erreichen?

  16. Holger Becker

    Auch wenn das Format “Schülerzeitug” stimmt, muß man bei einer solchen Berichterstattung, die mindestens für eine ganzen Ort ein vernichtendes Urteil ausspricht, trotzdem journalistische Verantwortung tragen.
    Ich habe dem Bürgermeister unserer Fachwerks,-und Karnevalsstadt und dem WCC schon nahegelegt, Rechtsmittel gegen solche öffentlich verbreitete Rufschädigung zu prüfen.

    Beim Lesen des Artikels dachte ich daran, wie wir in unseren Umzugskostümen in die Stadt gelaufen sind und uns ein junger Mann aus Eschwege fragte, wie er denn Wasungen umfahren könne. Im Gespräch erwähnte er, daß er noch nie auf einer Party gewesen sei und ja, wir dachten alle: “der arme Kerl”.
    Die Schuld liegt ja nicht bei der offensichtlich nicht karnevalsliebenden oder partyfreudigen Frau Vonderlind, sondern bei der Redaktion, die eine Meinung einfach veröffentlicht, ohne die Fakten zu prüfen. Natürlich könnte man zum Beispiel Alice Schwarzer eine Reportage über die Fashion Week verfassen lassen, aber die Frage ist, zu welchem Zweck sollte man diese dann veröffentlichen?

    Das man sich nach monatelanger Vorbereitung und Wagenbau (in Eigeninitiative und ohne jegliche externe finanzielle Hilfe) in eifriger Erwartung des großen Tages nach dem Umzug und wenn alles so gut geklappt hat wie erhofft, mal das eine oder sogar das andere Bierchen oder Nikolaschka ohne Rum gönnt, ist nach meinem Dafürhalten mehr als nachvollziehbar! Für andere ist es einfach mal wieder Zeit zu verbringen mit alten Freunden, ehemaligen Klassenkameraden oder Verwandten die weggezogen sind oder hier wohnen, man sie aber trotzdem kaum sieht. Man quatsch, lacht viel, lästert vielleicht und schwingt eventuell sogar das Tanzbein. Wer den Karneval liebt, der weiß, es geht bei weitem nicht nur ums Trinken.
    Natürlich überschätzen sich schon auch mal Jugendliche beim Alkoholkonsum, aber das passiert nicht nur in Wasungen, sondern auf fast jeder Party oder Feier Deutschland- oder gar Weltweit.

    Wenn abends Erich Honecker & die Eisprinzessin tanzen, zeigt das doch, daß zumindest die beiden Spaß am Karneval haben. Vielleicht sollte einer der Beiden den nächsten Artikel verfassen. Es wurde negativ hingestellt, aber in Wahrheit steckt hinter den Kostümen immernoch Frau und Mann, die sich eventuell gerade fürs Leben gefunden haben.

    Man sagt, wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser schweigen. Die stehengelassene Wagen sind durchaus gewollt. Corona hat nicht gerade dazu beigetragen, das Kneipensterben aufzuhalten. Außerdem waren aktuell noch zwei Gaststätten wegen Krankheit geschlossen und deshalb war man froh über jede Möglichkeit einer alternativen Nutzung von anderen Ausweichmöglichkeiten um musikalische Genres abzudecken. Jeder hat halt einen anderen Geschmack. Von Heavy über House, Schlager und Techno bis hin zu Ballermannhits konnte man alles finden.
    Mobile Fastfood Anbieter und Bratwurstbuden sorgten so zusammen mit besagte Umzugswagen für ein einzigartiges Flair, welches eine sonst vielbefahrene Straße plötzlich in eine Partymeile verwandelt, wie man sie sonst nur vom TV oder ev. vom Nürnberger Christkindlmarkt kennt und durch die man kaum durchlaufen kann. Bekannte von uns, die zum ersten Mal abends mit uns unterwegs waren fanden es phantastisch.

    Sonntags geschlossener Bäcker, ja. Wasungen ist eine Kleinstadt und wir sind froh, in der heutigen Zeit noch einen Bäcker zu haben. Generell ist Wasungen gut aufgestellt mit Apotheke, mehreren Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten, Physiotherapien, Tankstelle, Versicherungen, Firmen, Geschäften, Handwerkern usw. Brötchen und andere Leckereien bekommt man Sonntags übrigens auch in der Konditorei.

    Zur Politik auf den Wagen muß man verstehen, daß die Wasunger Karnevalisten schon zu DDR Zeiten oft knapp vorm Gefängnis wegen Kritik am Staat standen und das heute nicht anders ist.
    Ja, das eine mal im Jahr darf man der Politik mal den Spiegel vorhalten. Wenn in einem Umzug 5 mal Schwimmbad Wasungen zu finde ist, richtet sich das dann an die Kommunalpolitik, wenn 5 mal Merkel zu sehen ist, geht die Kretik nach ganz oben und wenn 5 mal Golf- oder Ukrainekrieg auftaucht, ist es eben das, was einen Teil der Menschen umtreibt.
    Falls Ähnlichkeiten zu Montagsdemos bestehen sollten, dann weil Leute ev. ählich darüber denken wie die Menschen auf der Straße, was auch wieder über die Prozentzahl nachvollziehbar ist. Früher wurde der Umzug durch die Staatssicherheit zensiert, heute lassen sich die Menschen nach ihrer ’89 erkämpften Freiheit ihren Umzug nicht mehr zensieren. Selbst der MDR musste das schon feststellen.

    Was wurde noch angeprangert… Konfetti und Co. Auf der Straße. Ja es ist KARVEVAL und weil wie gesagt alles eigenfinanziert wird, gibt es halt mehr Konfetti als Bonbons. Trotzdem stellen z.B. viele Anwohner Eimer für die Abfälle an ihr Grundstück und beginnen schon mit der Reinigung bevor die Kehrmaschinen auftauchen, für die u.a. die Bändchen erworben werden müssen.

    Am Besten kommt jeder Leser nächstes Jahr selbst her und überprüft den Wahrheitsgehalt eurer Story.

    AHOi

  17. Rüdiger Grunow

    Ich habe auch in diesem Jahr ein Stück Wasunger Karneval erlebt und war erfreut,

    dass auch wieder in einer schönen Atmosphäre gefeiert worden ist. Hut ab vor dem, was die
    Menschen in dem kleinen Ort leisten. Dass es dabei auch Betrunkene gibt, die meist von
    auswärts sind, ist noch zu vermeiden
    Das ist bei allen Großveranstaltungen so, siehe
    Maschen und andere.
    Dass eine Hochschulzeitung einen solchen Beitrag ohne Recherche veröffentlicht, ist unbegreiflich. Meine Email an den Chefredakteur ist seit einer Woche unbeantwortet. Schämt euch ihr Akrützler!

  18. Ä äller Fraa uus Woesinge

    Sehr geehrte Verfasserin dieses Schmähartikels über Wasungen : Bitte bewahren Sie diesen Ihren geistigen Erguss noch etwa 20 Jahre auf und lesen Sie ihn dann noch einmal durch. Vielleicht haben Sie ja dann aus Versehen doch etwas eigenes Denken und Lebenserfahrung geschenkt bekommen und schämen sich dann dafür. Aus Ihrer Bewertung unseres Brauchtums entnehme ich, dass Sie nicht in einer Dorf-oder Kleinstadt-oder sonstwelchen Gemeinschaft aufgewachsen sind und Sie tun mir tatsächlich etwas leid dafür. Und unterschätzen Sie nicht die “dummen Hinterwäldler”, denn in Wirklichkeit sind sie schlau! Die Wasunger haben mit ihrem Humor, den sie zu Stasizeiten meisterhaft zwischen den Zeilen zu verstecken wussten, schon manche Krisenzeiten überstanden und widerstanden und können trotzdem das Mull net gehall. Auch dieses Wissen hätte zu einer ordentlichen Recherche gehört… Abschließend hoffe ich, dass nicht alle Hochschulabsolventen solche Nachplapperstudenten wie Sie sind, denn sonst müsste ich das Zitat eines berühmten deutschen Schriftstellers von unserem Umzugsplakat wiederholen :”Denk ich an Deutschland in der Nacht, so bin ich um den Schlaf gebracht.” Das Zitat hat seine Aktualität nicht verloren…

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