Alles passt gut zusammen

Durch Dr. Molrok alias Michael Ritzmann erhält der Frommannsche Garten in diesem Jahr eine Ausstellung, an der sich viele mit Herz beteiligten.

von Isabella Weigand

Nur er darf sich anlehnen: Dr. Molrok im Frommannschen Garten. Foto: Julian Hoffmann

Ein Organismus, der aus dem Boden wächst. Hölzerne Kristalle, die den gepflegten Rasen mit ihrer abstrakten Spießigkeit übersähen. Dr. Molrok ist Perfektionist. Zwei Wochen lang hat er zugeschnitten, gehämmert und übermalt. Auch während der Vernissage macht er sich noch schnell an Aus-besserungen, bevor der Regen kommt und er noch einmal von vorne beginnen müsste. Seine Kunst entwickelte sich aus einem Leben verbunden mit Graffiti, dem Kick, wie er selbst sagt. Früher war der Erfurter viel in Jena unterwegs, festgehalten nur durch Handschellen an einer Heizung auf dem Polizeirevier. Trotz aller Gefahren habe es in der Szene während der 90er Jahre großen Zusammenhalt gegeben. „Graffiti wird irgendwann von der Kunstgeschichte stärker wahrgenommen werden“, sagt der Doktor. Zwar könne er von seiner Kunst wie den Skulpturen im Frommannschen Garten gut leben, doch er brauche neben der eigenen Innenschau auch mal Input von außen, Diskussionen, gemeinsames Reflektieren mit den Studierenden. Deshalb schrieb er sich für den Studiengang der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar ein.

In Jena warteten die Studierenden der Kunstgeschichte unterdes nur auf eine Chance, ihrem Studienfach praktisch auf die Sprünge zu helfen. In Zusammenarbeit mit dem Jenaer Kunstverein holten sie durch großes ehrenamtliches Engagement den Künstler in ihre Stadt und erarbeiteten einen Ausstellungskatalog. „Ich habe wirklich gestaunt, wie qualitativ hochwertig die Texte darin sind“, lobt Verena Krieger, Lehrstuhlinhaberin für Kunstgeschichte, ihre Studierenden bei der Ausstellungseröffnung am 5. Juni. Viel Zeit nahmen an diesem Tag die Dankesreden in Anspruch. Alle sollten erwähnt werden, vom Studierenden, der zum ersten Mal die Idee ins Auge fasste, den Künstler nach Jena einzuladen, über die Kuratorin bis zum Gärtner. Denn auch für ihn war Kwant 3 am Ende ein Herzensprojekt. „Er hat mir sogar angeboten, den Rasen rund um die Holzskulpturen in geometrischen Formen zu mähen“, freut sich Molrok. Die Ausstellung endet am 14. Juli 2019.

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