Kleine Filme, großes Jubiläum

In zwanzig Jahren hat sich das cellu l’art-Festival vom Retter filmischer Seminararbeiten zu einem internationalen Kurzfilmfestival hochgearbeitet. Das Akrützel sprach mit dem Vorstandsvorsitzenden des Cellu l’art, Malte Stoffers, über das Jubiläum und den Wert von Kurzfilmen.

Interview von Dominik Itzigehl

Die Organisation ist im Kasten | Foto: Julian Hoffmann

Akrützel: Wie bist du damals mit dem cellu l’art in Verbindung gekommen?

Malte Stoffers: Das war ziemlich zufällig. Ich war mit meiner Mitbewohnerin in der Mensa essen und bemerkte den Markt der Möglichkeiten. Dadurch erfuhr ich vom cellu l’art. Ein Kurzfilmfestival klang spannend und so habe ich angefangen.

Dieses Jahr feiert das Festival zwanzigjähriges Bestehen. Habt ihr euch etwas Besonderes ausgedacht?

Wir versuchen uns generell jedes Jahr zu steigern. Da ist natürlich auch das diesjährige Jubiläum keine Ausnahme. Wir haben uns allerdings entschieden, es nicht allzu groß zu feiern, sondern ganz klassisch zu bleiben.

Wie ist das cellu l’art entstanden?

Es gab damals einige Medienwissenschaftsstudierende, die Filme als Seminararbeiten gedreht hatten. Nach dem Abschluss des Seminars kam die Frage auf, was mit den Projekten passieren sollte. Ein Vorschlag war, die Kurzfilme im Kino im Schillerhof zu zeigen. Daraus hat sich das Festival entwickelt.

Was waren besondere Highlights der letzten Jahre?

Interessant sind meistens die für einen Oscar nominierten Filme, von denen wir häufig einige zeigen. 2016 hatten wir zum Beispiel den Kurzfilm We can’t live without cosmos, der in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm nominiert war. So etwas hat eine große Reichweite.

Was macht den Kurzfilm im Vergleich zu einem Langfilm so interessant?

Ein Kurzfilm darf sich eigentlich keine Fehltritte erlauben. Wenn ein Langfilm zehn schlechte Minuten hat, dann kann er insgesamt immer noch gut sein. Ein zweiminütiger Streifen muss dagegen quasi auf den Punkt abliefern. Das ist die Kunst beim Kurzfilm.

Gibt es eine Anekdote aus den letzten Jahren, an die du dich gern erinnerst?

Einmal hat ein echt liebenswürdiger Filmemacher mit einem sehr abgedrehten Film teilgenommen und einen Preis gewonnen. Den haben wir alle sofort ins Herz geschlossen. Es sind genau diese Verbindungen mit den Filmemachern. Sie machen das Festival besonders.

Aus welchen Leuten setzt sich die Jury des Festivals zusammen?

Wir versuchen immer eine gute Mischung aus Festivalvertreter*innen, Filmschaffenden und sonstigen Vertreter*innen aus der Filmbranche zu finden. Dieses Jahr sitzen in der Jury die Animatorin Britt Raes, der Kurator Enrico Vannucci und die Projektkoordinatorin Jutta Wille von der AG Kurzfilm.

Bei dem Festival dürfen natürlich auch Kurzfilme aus Jena nicht fehlen. Wie gut sind die örtlichen Projekte dieses Jahr vertreten?Am Mittwoch um 18:15 Uhr läuft das Sonderprogramm Jena-Special. Dort sind unter anderem das Kino Dynamique und die FILMthuer dabei.

Was ist deine persönliche Empfehlung für das 20. cellu l’art-Festival?

Zu empfehlen sind die Wettbewerbsblöcke. Dieses Jahr besonders Block Nummer Vier. Da werden einige hochkarätige Filme zu sehen sein, die schon auf diversen internationalen Festivals liefen. Grundsätzlich ist aber natürlich jeder Block sehenswert.

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