„Kämpft! Es lohnt sich!“

Im letzten Moment konnte das Rechtsrockkonzert „Rock gegen Überfremdung“ im 480-Einwohner-Dorf Mattstedt bei Apolda verhindert werden. Für den Mattstedter Ortschaftsbürgermeister Andreas Schuchert (CDU) waren es intensive acht Wochen, seit er von der Veranstaltung erfuhr. Im Akrützel-Interview zieht er ein persönliches Fazit des Tages.

Interview: Robert Gruhne / Foto: Julian Hoffmann

Wie zufrieden sind Sie mit dem Verlauf des heutigen Tages?

Persönlich sehr. Ich empfinde eine große Dankbarkeit gegenüber den Verwaltungen, die beteiligt waren, dem Innenministerium und natürlich der Kirche und den ganzen Bündnissen aus Weimar, Jena, Erfurt und Apolda, die sich alle bereit erklärt haben, uns zu unterstützen. Ich bin dankbar für jeden Einzelnen, der da ist und ein Zeichen setzen will und eindeutig Farbe bekennt.

Wie war heute die Stimmung innerhalb des Dorfes?

Geteilt. Ich denke, dass sich die Anspannung im Dorf jetzt ein bisschen gelegt hat oder noch legen wird. Die Unterstützung aus dem Dorf kam von einigen, die die ganze Zeit da waren, aber auch von vielen, die erst spontan kamen und gesagt haben: Wir möchten euch unterstützen.

Werden Sie sich jetzt weiter gegen rechts engagieren?

Ja. Meine Meinung ist, dass rechts ja nicht nur vor unserer Tür Halt macht. Es ist ein großes Problem, dass wir nicht nur hier haben, sondern auch in Kirchheim, Kloster Veßra, Leinefelde und und und… Wir haben es in vielen Städten und Gemeinden und ich hoffe, dass wir mit dem, was wir heute gezeigt haben, ein klares Zeichen setzen – auch für die demokratischen Kräfte, die andernorts gegen rechts kämpfen, und ihnen richtig Rückenwind geben und sagen: Kämpft! Es lohnt sich! Und dann wird es irgendwann mal möglich, dass sowas nicht mehr stattfindet.

Wie waren die letzten Wochen für Sie persönlich?

Abgesehen davon, dass man wenig Schlaf hatte, ist es eine emotionale Berg- und Talfahrt. Man muss natürlich immer überlegen: Ist das, was man tut richtig? Da hat mich meine Frau sehr stark unterstützt und begleitet. Auch Freunde haben mir Mut zugesprochen und gesagt: Wir stehen hinter dir! Das hat einen auch bestärkt, in dem was man tut.

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