“Salon der Künste” in der Lutherstraße eröffnet

Von Philipp Böhm

Ein bisschen Boheme muss sein. Foto: Katharina Schmidt

Ganz still und heimlich hat sich abseits des kulturellen Betriebs im Stadtzentrum ein neuer Künstlertreffpunkt etabliert: In der Lutherstraße 7 haben die beiden Künstler Enrico Leimer und Stefan Berke im Herbst letzten Jahres den „Salon der Künste“ eröffnet. Dort hatte sich bereits seit sechs Jahren Leimers offenes Atelier befunden. Mit dem Salon möchten beide nicht nur eine neue Galerie aufbauen und einen Schauraum für Künstler bieten, sondern insgesamt die Jenaer Kunstszene beleben: „Wir haben eine nicht zu unterschätzende Menge an Künstlern in Jena, hier ist ein Haufen Potential vorhanden“, meint Leimer. Eine lebendige Szene gebe es jedoch nicht, was auch daran liege, dass die Räumlichkeiten fehlten. Deshalb soll der Salon der Künste neben den regelmäßigen Ausstellungen vor allem einen Treffpunkt bieten – für Künstler und kreative Köpfe, die hier gepflegten Gedanken- und Erfahrungsaustausch betreiben können.

„Es geht uns nicht darum, Künstler zu vermarkten“, sagt Berke. Deshalb können auch unbekannte Künstler im Salon ausstellen. Genremäßig sind keine Grenzen gesetzt – von Fotographie über Ölmalerei bis zur Installation sei alles möglich. Genausowenig unterscheiden die beiden Galeristen zwischen Autodidakten und studiertem Volk: „Es muss uns nur gefallen“, sagt Berke. Auch wenn die Ausstellungen für die nächsten Monate schon geplant sind, würden Berke und Leimer einen jungen Künstler niemals abweisen: „Wir versuchen den Leuten auf jeden Fall bei ihren Projekten zu helfen, sei es durch Vermittlung oder Beratung“, versichert Leimer. Er weiß um die Schwierigkeiten von Nachwuchskünstlern, immerhin ist er schon seit Jahren im Geschäft und hat in der Vergangenheit mit verschiedenen Projekten auf sich aufmerksam gemacht: von Bildhauerei bis hin zu Kettensägenkunst. Auch Stefan Berke ist als Kulturschaffender unterwegs und produziert subversiv angehauchte Hörspiele für den „Offenen Kanal Jena”. Gemeinsam wollen sie nun einen „lebendigen Ort” errichten und planen dazu neben den Ausstellungen auch regelmäßige musikalische Darbietungen und Lesungen. Wer Interesse hat und mal hereinschauen will: Der Salon der Künste hat von Dienstag bis Donnerstag jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet, Rauchen ist erlaubt.