Melancholie und Wohlbefinden

Emiliana Torrini verzauberte auf der Kulturarena durch ihre Stimme und ihre Natürlichkeit

von Kristin Haug

Foto: Kristin Haug

Ein Sonnenstrahl, der sich durch staubige Räume schlägt und Licht ins Dunkel wirft, vermittelt ein Gefühl von Melancholie und Wohlbefinden zugleich. So war es auch mit Emiliana Torrini, die am Freitag auf der Kulturarena vor ausverkauftem Haus Songs aus ihren Alben „Love in the Time of Science“, „Fishermans Women“ und „Me & Armini“ präsentierte. Die Isländerin verzauberte an diesem Abend – nicht nur durch ihre Stimme, die noch von den alten GusGus-Platten bekannt ist – nein, auch durch ihre unglaubliche Natürlichkeit. Sie ließ das Publikum teilhaben, an vergangener Liebe („Sunnyroad“), an Schicksalsschlägen („Bleeder“) und der eigenen reinen Einstellung zum Leben („Unemployed in Summertime“). Für einen Abend schien es, als wandelte sich Hektik in Ruhe, als verkehrte sich Bewegung in Stillstand und Sorge in Gelassenheit. Die Welt hinter den Absperrungen des Kulturarena-Areals verblasste – so sehr beherrschte Torrini ihr Publikum.
Schade nur, dass einige Gäste verbissen auf das aktuelle Lied der Künstlerin „Jungle Drum“ zu warten schienen und dann, als die ersten Töne anklangen, aus heißer Kehle mitsangen. Doch Torrini „shush-te“ diejenigen weg, die sich etwas zu laut unterhielten, verwies also sehr charmant auf ihr störendes Verhalten. So schuf sie sich Raum für die eigene Musik – und vielleicht auch für die Träume der anderen.

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