Neue Ausstellung „Von Manet bis Renoir“ im Stadtmuseum

Von Stephanie Frank

Gustave Caillebotts “Europabrücke” von 1876

Was machen 49 Pariser Maler wie Picasso und Chagall in Jena? Sie sind seit Ende November in der neuen und in dieser Form noch nie gezeigten Ausstellung „Von Manet bis Renoir“ im Stadtmuseum zu sehen. Anhand von 90 Portraits und Landschaften macht der Besucher eine Reise zurück in das ausklingende 19. und das beginnende 20. Jahrhundert. Denn die Ausstellung vereint rund 70 Jahre Kunstproduktion in Paris, wo sich Künstler aus verschiedenen Ländern versammelten, um im Austausch miteinander neue künstlerische Wege zu gehen.
In „Le pont de l’Europe“ von Gustave Caillebotte, einem der weniger bekannten Künstler der Ausstellung, flanieren Menschen in Sonntagskleidung über die Europabrücke in Paris. Andere verweilen auf ihr, um die ruhige Stimmung zu genießen. Der herrenlose Hund im Vordergrund verbindet die beiden Situationen miteinander. Die Stahlkonstruktion der Brücke und der weiße Rauch im Hintergrund verweisen auf die zunehmende Industrialisierung Ende des 19. Jahrhunderts. Durch scheinbar alltägliche Szenen zeichnet Caillebotte ein feines Bild des Lebens jener Zeit.

Alle Bilder der Ausstellung stammen aus dem Musée du Petit Palais in Genf und wurden von Oscar Ghez de Castelnuovo im Laufe vieler Jahre zusammengetragen. Durch den Umfang an verschiedenen Stilen und Künstlern ermöglichen sie einen detailreichen Überblick über die Entwicklung der französischen Malerei.
Neben den unbekannten Künstlern zeigt die Ausstellung auch Bilder von Malerinnen. Ihnen kam bisher ebenfalls nur wenig Aufmerksamkeit zu. So beispielsweise Marie Bracquemond und Suzanne Valadon. Ihre impressionistischen Werke sind es, die neben dem Gang durch die Kunstgeschichte der Moderne zugleich den durch die Ausstellung eröffnen. Auf zwei weitere Frauen, Tamara de Lempicka und Maria Blanchard, wird der Besucher in der oberen Etage des Stadtmuseums aufmerksam. Beide haben einen an den Kubismus angelehnten Stil entwickelt: Doch sind es Lempickas kraftvoll gemalte Frauenkörper, die sofort den Blick des Betrachters auf sich ziehen.
Mittels solcher Bilder schafft es die Ausstellung, sowohl Laien als auch Kenner anzusprechen und sie zum Verweilen einzuladen. Unterstützt wird dies durch die gelungene Mischung namhafter und in Deutschland bisher verkannter Künstler.

Besuchen kann man Manet und seine Freunde für 5 Euro noch bis zum 22. Februar.