Studis am Steuer

Auch andere Nahverkehrs-Betriebe haben mit Personalmangel zu kämpfen, besonders bei hohem Krankenstand. Eine Lösung: Studierende als Straßenbahnfahrer. 

Text von Dario Holz

Ein Blick ins Nachbar-Bundesland genüg: In Sachsen sieht man einen Studenten am Steuerpult der Straßenbahn sitzen. Die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) setzen schon seit einigen Jahren auf Studierende, die immer dann aushelfen, wenn es eng wird: Bei Großveranstaltungen, im Advents-Verkehr zu den Weihnachtsmärkten oder eben auch, wenn zu viele Fahrer:innen krank sind und der reguläre Fahrbetrieb gefährdet ist. 

Die große Flexibilität der Studierenden ist ein großer Vorteil, erklärt die DVB. Außerdem ist Straßenbahnfahren gar nicht so kompliziert: In der vorlesungsfreien Zeit bietet die DVB dreimonatige Kurse an, welche die Studierenden umfänglich ausbilden. In manchen Verkehrsbetrieben dauert die Ausbildung sogar noch kürzer –  möglich ist das, weil Studierende aufnahmefähiger sind, so ein Straßenbahn-Fahrlehrer aus Mannheim.

In Dresden funktioniert das Modell gut: Knapp 30 Studierende sind aktuell im Verkehrsbetrieb beschäftigt, viele bleiben nach ihrem Abschluss im Unternehmen, dann oft in anderen Funktionen. Das klappt besonders gut, da es an der TU Dresden eine verkehrswissenschaftliche Fakultät gibt, die viele Studierende auf Beschäftigungen in diesem Bereich vorbereitet. 

Im Jenaer Nahverkehr mangelt es auch an Arbeitskräften, besonders im Busverkehr. Hier ist die Ausbildung deutlich länger und teurer, weshalb dafür Studierende weniger in Frage kommen. Aber auch grundsätzlich ist kein gezieltes Anwerben von Studierenden in Jena geplant: Zu hoch sind die Ausbildungskosten und die Verantwortung, die mit dem Job einhergehen. Wer alle Voraussetzungen für den Job, sprich Führer- und Personenbeförderungsschein, hat und studiert, kann sich trotzdem für einen Platz am Steuerpult bewerben.

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