Wie gehen Uni und Hochschule mit KI um?

von Stephan Lock

Die Nutzung von KI-Anwendungen in Bildung und Forschung hat enormes Potenzial, ist jedoch mit Risiken verbunden. Die FSU und EAH sehen es beide als höchst relevant an, die Rahmenbedingungen für den Einsatz von KI-Tools zu klären. Da ChatGPT und weitere Anwendungen auf Basis von KI kein vorübergehendes Phänomen sind, macht ein Verbot wenig Sinn. Daher ist es für die Hochschulen wichtig, sowohl Forschende als auch Lehrende und Studierende für den verantwortungsvollen, reflektierten Umgang mit KI-Anwendungen zu sensibilisieren.

Das Präsidium der FSU weist in der Stellungnahme vom achten März auf die Chancen und Risiken im Umgang mit ChatGPT hin. Textgenerierende KIs könnten klassische Prüfungsformate wie Hausarbeiten überflüssig machen. Trotz der Eigenständigkeitserklärung fällt es momentan noch relativ schwer, die Nutzung einer KI nachzuweisen. Es ist geplant, den Prozess der Auseinandersetzung mit KI durch Weiterbildungen und Schulungen für alle Universitätsangehörigen zu unterstützen.
Seit 2021 läuft das Verbundprojekt THInKI der FSU und der TU Ilmenau, welches sich mit der Entwicklung von KI-Kompetenzen befasst und in Form von Lehrinhalten und einem interdisziplinären Zertifikatsprogramm in Erscheinung treten soll.

Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Akademie für Lehrentwicklung und dem Vizepräsidium für Digitalisierung gebildet, deren erstes Treffen Mitte Mai angesetzt ist und für weitere Teilnehmende offen ist. Langfristig sollen allgemeine Empfehlungen und Regelungen hinsichtlich der Nutzung von KI ausgearbeitet werden. Mit konkreten Stellungnahmen und Empfehlungen ist erst im Wintersemester zu rechnen.

Für die EAH sind die Themen ChatGPT und KI ebenfalls von Bedeutung. In der Stellungnahme wird den Lehrenden die Integration von ChatGPT in Lehrveranstaltungen angeboten, indem zum Beispiel die Qualität von KI-erstellten Texten und Programmiercodes evaluiert und die Studierenden an das Prompting (Angaben zur Textgenerierung) herangeführt werden. Wie auch bei der FSU setzt die Nutzung von KI-Tools die Eigenständigkeitserklärung der Studierenden voraus.

Das zum ersten April gestartete Zentrum für Angewandte Künstliche Intelligenz (ZAKI) fördert interdisziplinäre Projekte und Anwendungen von KI im Hinblick auf wissenschaftliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen. Bereits seit Dezember 2021 läuft das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt MoveKI2EAH, um KI als Studieninhalt zu erarbeiten und die damit im Zusammenhang stehende Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses zu fördern.


Kommentare

Eine Antwort zu „Wie gehen Uni und Hochschule mit KI um?“

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