STURA DROHT AUFLÖSUNG

Bei den Vorstandswahlen bekam der einzige Bewerber keine Mehrheit. Der FSU-Stura steht damit vor der Auflösung. Florian Rappen äußert in einem Brandbrief Kritik.

Von Tim Große

Um die Arbeitsfähigkeit des Studierendenrates der Uni Jena zu gewährleisten, braucht es einen dreiköpfigen Vorstand, der unter anderem zu den meist wöchentlichen Sitzungen einlädt, das Sitzungsmaterial bereitstellt und die Protokolle veröffentlicht. Mit den Rücktritt von Niklas Oberländer (Grüne Liste), nach eigenen Angaben aus privaten Gründen und unterschätztem Zeitaufwand, begann die Suche nach einem neuen dritten Kopf. Da diesen niemand der verbliebenen 32 Mitglieder des Stura herhalten wollte, stellte sich schließlich Felix Graf (Liste für amöboide Bewegung) zur Wahl, der seit langem im Stura mitwirkt und den Vorstandsposten bereits vor drei Jahren inne hatte.

Aktuelle Zusammensetzung des Stura. Grafik: Robert Gruhne

Aufgrund der aktuellen Hygienebestimmungen fand die Wahl nicht in Präsenz statt. Stattdessen sollten alle 35 Mitglieder einen Wahlbrief auf dem Postweg zugesandt bekommen. Da einige Wahlberechtigte ihre Adresse allerding nicht oder verspätet einreichten, konnte die Mandatsprüf- und Zählkommision (MPZK) nur 29 Briefe versenden. Von diesen kamen wiederum nur 26 zurück. Davon 16 Ja-Stimmen, sieben Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. Für die erforderliche Mehrheit im Gremium wären allerdings 18 Stimmen notwendig. “Ich finde es schon bisschen frech, da nicht abzustimmen oder sich zu enthalten”, sagt Jil Diercks, eines der beiden verbliebenen kommissarischen Vorstandsmitglieder.

Auch Florian Rappen (Liste Aktiv, engagiert und motiviert) äußert in einem über die Stura-Verteiler verbreiteten “Brandbrief an Stura-Mitglieder zur Vorstandswahl” Kritik an der schwachen Wahlbeteiligung: “Ihr müsst nur da sitzen, das Händchen heben und mal einen Brief abschicken. Es ist peinlich und schämt euch dafür.” Er setze sich dafür ein, eine Liste derer zu veröffentlichen, die nicht abgestimmt haben und prognostiziert: “Die ganzen Linken ohne Meinung werden das Gremium wieder verlassen.”

Laut Jil will man nun versuchen, am 12. Januar eine Präsenzsitzung durchzuführen, um doch noch einen dritten Vorstand wählen zu können. Eine erneute Briefwahl sei zeitlich schwer umzusetzen. Daran, dass sich so die Auflösung verhindern lässt, glaubt sie aber selbst nicht so richtig: “Ich denke, dass wir Neuwahlen bekommen.” Das würde dann bedeuten, dass innerhalb von vier Wochen die Studierenden erneut zur Wahl ihrer Vertretung aufgefordert werden und sich ein neues Gremium zusammensetzt.

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