Vulva für Christian Lindner

Fast das Bundesverdienstkreuz: Lindner hat bei einer Rede in Jena die Goldene Vulva erhalten. Damit möchte ihn eine Burschenschaft an Klimaschutz erinnern.

von Julian Hoffmann

Bei der Übergabe der Goldenen Vulva | Foto: Julian Hoffmann

Sie sind eine Satireburschenschaft aus Jena, er der einzige Politiker, der Fridays for Future ernst nimmt. Zumindest nach eigener Aussage. Denn schließlich mute FDP-Chef Christian Lindner den Demonstranten seinen Widerspruch zu. Damit meint er den Satz, Klimaschutz sei „eine Sache für Profis“, mit dem Lindner, nachdem sich selbst die Bundeskanzlerin für die Schülerproteste ausgesprochen hatte, Aufmerksamkeit auf sich zog. Das brachte ihm nichts als Ärger ein. Einer der begnadetsten Rhetoriker der Republik muss sich monatelang die Zunge fusselig reden, um sein Zitat zu rechtfertigen. Das hat schon eine gewisse Komik in sich.

Gut erkannt von der Burschenschaft Lethargia, in der zwar kein einziger Bursch Mitglied ist, dafür aber eifrige Satirikerinnen. Vergangene Woche bei einer Rede Christian Lindners auf Einladung der Liberalen Hochschulgruppe konnte die Burschenschaft in der letzten Frage, die der Politiker zuließ, zuschlagen: „Wir von der Burschenschaft Lethargia möchten Ihnen gerne die Goldene Vulva überreichen, um sie daran zu erinnern, dass alle Kinder, die noch geboren werden, die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen.“ Das Publikum johlte, Lindner guckte sichtlich verwirrt auf die selbstgebastelte Goldene Vulva.
Einen Moment lang sah er so aus, als wüsste er nicht, wie er auf diese Form des Aktivismus reagieren soll. Doch dann, wie kann man es von dem Rhetoriker anders erwarten, der schlagfertige Schlussatz für den Abend: „Ich bedanke mich für die
Auszeichnung, aber ich kann nicht versprechen, dass ich die Goldene Vulva in meinem Bundestagsbüro aufhänge.“

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