Der interessanteste Ort im Berliner Regierungsviertel ist die Bundestagskita! Hier entstehen Freundschaften über Parteigrenzen hinaus, Elternabende arten in Grundsatzdiskussionen aus, das Mittagessen wird zum Politikum.
Man stelle sich nur vor, ein progressiver Linken-Abgeordneter holt seine freudestrahlende Tochter von der Kita ab, die euphorisch von der Einladung zum Kindergeburtstag bei Familie Chrupalla erzählt. Oder, dass sie zusammen mit Merz Junior im Sandkasten Privatjets baute. Was tun? Dem Kind soziale Kontakte verbieten und in der Kita isolieren, so wie es auch der Linken im Bundestag ergeht? Oder die frühkindliche Beeinflussung durch fremde Mächte hinnehmen? Und dann? Familienurlaub an den Bodensee mit Weidels und Klöckners?
Auch Elternabende werden wohl selten einem gemütlichen Gesprächskreis unter Freunden gleichen: Habeck fordert mehr seiner eigenen Bücher in der Kita-Bib, Laschet ein Tischgebet vor dem Mittagessen, Faeser findet die Kita-Gebühren zu hoch. Ein Glück nur, dass es die FDP im Bundestag nicht mehr gibt: Die Idee, der Kindergarten müsse wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen können, war dann doch etwas absurd
von Dario Holz
erschienen in der Ausgabe 447
