Jenas führende Hochschulzeitung feiert Geburtstag

Ein Vierteljahrhundert, literweise Kaffee, Druckerschwärze, Blut, Schweiß und Tränen und eine ungeklärte Frage: Warum heißt das Akrützel so? Die Bedeutung des Namens ist das bestgehütete Geheimnis nach dem Aufenthaltsort des Bernsteinzimmers. Überliefert ist nur, dass die Redaktion 1990 dieses Wort wählte, weil es ideologisch neutral ist.

Unabhängigkeit ist seither die oberste Leitlinie für alle folgenden Akrützel-Redaktionen – was viele Zusammenstöße mit diversen Entscheidungsträgern zur Folge hatte. Jährlich versucht jemand aus dem FSU-Stura vergeblich, das Akrützel abzuschaffen. Zündstoff gibt es genug: Eine Hochschulzeitung hat schließlich die hochheilige Aufgabe, den studentischen Würdenträgern ans Bein zu pissen.

Auch von vielen Uni-Rektoren gab es über die Jahre hinweg erboste Anrufe. Offensichtlich waren einige von ihnen nicht glücklich über ihre Zweitkarriere als Model auf dem Akrützel-Cover. Ähnlich in der Stadtverwaltung: Hier gab es genug Persönlichkeiten, die das Akrützel gern auf ewig in den Papiermüllhades verbannt hätten.

25 Jahre lang hat sich das Akrützel nun alle Mühe gegeben, sich bei den Mächtigen und Schönen unbeliebt zu machen und dafür seine Leser unzensiert und vielseitig zu informieren. Jetzt haben wir eben jenen Personen die Möglichkeit zur Rache gegeben. Offensichtlich sind das allerdings sehr diplomatische Menschen, die dem Motto „Make love not war“ huldigen: Wir haben sehr viele sehr liebe Mails bekommen. Das nehmen wir als Redaktion dann mal als Freibrief, weiter hartnäckig nachzufragen und allen möglichen Leuten auf die Nerven zu gehen. Auf die nächsten 25 Jahre Akrützel!

Bernadette Mittermeier
(Chefredakteurin Akrützel)

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„Liebes Akrützel,
über 25 Jahre hast du dir Bissigkeit und Unabhängigkeit bewahrt. Dafür gab es ja auch kürzlich einen Preis – zu Recht! Auf jeden Fall freue ich mich auf zukünftige (Streit-)Gespräche. Herzlichen Glückwunsch!“
Professor Walter Rosenthal
(Präsident der FSU)

„Akrützel ist seit 25 Jahren das Leitmedium der Hochschuldebatte und das aus gutem Grund. Engagiert, witzig und pointiert bietet diese Zeitung ein Forum zu den wichtigsten Fragen für Studierende und alle, denen die Hochschule am Herzen liegt. Geboren in den Umbrüchen der Revolution von 89/90 hat sie die Entwicklung der Jenaer Hochschullandschaft im letzten Vierteljahrhundert nicht nur kommentiert, sondern mit gestaltet und mit geprägt. Kurz gesagt: Wer Akrützel liest, ist immer am Puls der Zeit.
Christoph Matschie
 (ehemaliger Bildungsminister Thüringens)

„Dass die pfiffigen Ideen und der Humor nie ausgehen, wünsche ich den Schreibern vom Akrützel. Die führende Hochschulzeitung der Jenaer Universität hat es wieder und wieder geschafft, große politische Themen auf Jena herunterzubrechen und journalistisch interessant zu gestalten. Hier wird mit spitzer Feder geschrieben, bei Problemen oder Missständen der Finger auf die Wunde gelegt. Das Akrützel ist zudem bekannt für sein politisches Engagement gegen Rechtsextremismus. Das ist ein Engagement, das mir besonders wichtig ist. Natürlich ist es richtig, journalistisch genau zu arbeiten, objektiv einzuschätzen und zu informieren. Aber es gilt auch, Flagge zu zeigen, etwa wenn es um Ausländerfeindlichkeit geht. Dafür danke ich dem Akrützel und seinen aktiven Mitstreitern.“
Dr. Albrecht Schröter
 (Oberbürgermeister der Stadt Jena)

„25 Jahre Akrützel – sind ein Vierteljahrhundert Campus-Berichterstattung. Jede Facette des Uni-Lebens wird aufgegriffen, doch leider haben wir den Eindruck, die regelmäßige Erscheinungsweise ist jedes noch so banale Thema einen Artikel wert. Auch sollte sich euer Herausgeber, der Stura, der gleichen Kritik erfreuen können wie die Uni-Leitung. Wir wünschen euch das Beste.“
Die Redaktion der Unique

„Zuerst und vor allem sind 25 Jahre Akrützel ohne Unterbrechung eine stramme Leistung vieler Generationen von Studierenden, zu der nachdrücklich zu gratulieren ist. Das Akrützel gehört zu den wenigen Zeitschriften, die ich sofort gelesen, mindestens durchgeblättert habe, wenn es mir in die Hände kam. Und die Lektüre wirft vielfältige Erträge ab: Wie kommt Unileitung bei Studis an, manchmal auch in der Version: Was haben die jetzt schon wieder zu meckern? Aber wichtiger: Wie denken Studierende, was interessiert sie, wie sehen sie ihren Lebensstil auf dem Campus und so fort? Geärgert? Ganz selten. Geschmunzelt? Oft – auch heute noch, wenn ich „meine“ Titelseiten ansehe (bis auf eine).Herzlichen Glückwunsch zu 25 Jahren Akrützel!“
Professor Klaus Dicke
(Ehemaliger Rektor der FSU)

„Nicht alle Studierendenzeitungen nehmen es mit der eigenen Unabhängigkeit sehr genau – Akrützel schon.“
Simon Kerbusk
(Chefredakteur von Zeit Campus)

„Wir von CampusTV ziehen unseren Hut vor euch für 25 Jahre high-class Journalismus. Ohne Zweifel stellen wir fest, ihr seid die Nr. 1 unter den Campusmedien.  Geliebt oder gehasst, aber auf jeden Fall bemerkt von Studierenden und Dozierenden aller Fachrichtungen. Und dabei seid ihr cool, auch ohne Action oder Cut. Write on!“
Die Campus-TV-Redaktion

„25 Jahre ist das Akrützel nun schon alt,
viele Geschichten gab es schon zu lesen.
Den einen machten sie heiß, den anderen ließen sie kalt
Doch hoffe ich, damit war es nicht gewesen.“
Der Vorstand des EAH-Stura

„Sicher ist, dass der Stura und sein Medium sich nicht immer einig waren. Trotzdem erscheint die – nach eigenen Angaben – „führende Hochschulzeitung Jenas“ weiterhin regelmäßig und ist schon so lange im Geschäft, wie der Stura selbst. Einige mögen stöhnen, andere sich darüber freuen. Wir jedenfalls schätzen die kritische Berichterstattung, die dem Gremium die Unterstützung über die letzten 25 Jahre hinweg immer wert war. Dies ist eine Leistung der vielen Aktiven in der Redaktion, die Projekte wie das Akrützel über die Jahre hinweg ausmachen und so wichtig für die studentische Selbstverwaltung sind. Danke für die Arbeit bisher und viel Erfolg für die anstehenden Aufgaben!“
Der Vorstand des FSU-Stura

„Liebes Akrützel,
von eurem Lieblingsradio in der Jenenser Hemisphäre gibt es natürlich auch Geburtstagsgrüße an die Unizeitung unseres Vertrauens. Doch was kann man euch noch wünschen? Pünktlich zum Jubiläum habt ihr noch bei Pro Campus-Presse abgesahnt, das Alter eurer Zeitung hat mittlerweile das Alter eurer Obersau und unserer Obereule überstiegen und wenn wir ganz ehrlich sind, hat sich über Jahre und Redaktionen hinweg der wahre Elite-Partner-Hotspot Jenas im UHG und der EAH gesammelt!
Wir sagen danke und wünschen den alten Säcken unter den Campusmedien alles Gute! Denkt dran: Mit 25 Jahren da fängt das Leben grad erst an! Also lasset euch gebührend feiern am 27. Februar, liebe Redaktion. Wir sehen uns zur Geburtstagssendung: Wir stellen die Brötchen, ihr den Schampus und ach ja, vergesst bitte nicht: Variiert euren Rhythmus!“
Die Campusradio-Redaktion
„P.S.: Die Radio-Chefredakteurin übt schon Happy Birthday auf der Blockflöte“

Foto: Christoph Worsch