Vom Weltretter-Tourismus und Gutmensch spielen in Ghana

von Christoph Renner

Ich laufe zum ersten Mal durch das kleine ghanaische Dorf mitten im Regenwald, stolziere an den kleinen Wellblechhütten vorbei. Ich strenge mich an, meinem Selbstbild zu entsprechen, das ich mir für Afrika entworfen habe. Pastoral grüße ich jeden, an dem ich vorbeilaufe, mit gehobener Hand und breitem Grinsen wie ein einseitig gelähmter Hampelmann. „Mahaaaaaao“, gröle ich langgezogen, „Guten Tag“ – das einzige Wort, das ich bisher auf Twi kenne. Gut will ich sein, und das sollen auch alle sehen. Offen will ich sein, will zeigen, dass es mir nichts ausmacht, wie sie ohne fließend Wasser zu leben, die Waschstelle ein Bretterverschlag. In vier Monaten will ich daheim sagen können: Diese Zeit hat mich total verändert.
weiterlesen…