Queerulanten – oder nicht

von Dirk Hertrampf

Thüringen ist das grüne Herz Deutschlands – ergo tiefste Provinz. Der Leuchtturm im Saaletal macht dies mitunter gern vergessen. Jena ist eine junge, aufgeschlossene und vor allem tolerante Unistadt. Sollte sie zumindest sein.
Sie könnte also Platz genug für alle bieten: Lebenskünstler, Paradiesvögel und bewusste Außenseiter der binären Geschlechterzuweisung. Und doch: Ein Restzweifel bleibt. Wann habt ihr das letzte Mal zwei Männer Hand in Hand in der Mensa gesehen? Zwei küssende Frauen in der Wagnergasse? Einen Mann in High Heels auf dem Holzmarkt?
Jenas queere Szene ist öffentlich wenig sichtbar. Wie groß ist sie wirklich und ist Jena nicht doch zu eng für eine Subkultur?

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Wie in den 90ern – Käptn Peng

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Text von Christoph Worsch/ Bilder von Sarah Salzmann

Verschwitzte, hüpfende Körper. Fliegende Schokoriegel. Lothar König mit einer Flasche Schnaps auf der Bühne und zu allem Überfluss ein paar verrückte Musiker mit Tiermasken vor einer grölenden Menge. Käptn Peng enterte mit Der Tentakel von Delphi am Freitag das ausverkaufte Kassablanca und ließ keinen Zweifel daran, dass Rap lebt. Nicht der Proll- oder Gangster-Rap der letzten Jahre, sondern Hip-Hop ganz in der Tradition der späten 90er.

Passend dazu die Atmosphäre an diesem Abend: Viel Rauch, eine drückende Hitze, diffuses Licht. Es hätte ein Jam aus eben jener Zeit sein können. Die klischeehaften Freestyle-Einlagen inklusive. Was den Käptn, der ansonsten als Schauspieler Robert Gwisdek sein Unwesen treibt, mit samt seinem Bruder Shaban schon nach kurzer Zeit zu einer großen Fangemeinde verholfen hat, ist ihr Spiel mit der Sprache.

Vom Rapstil und dem Zusammenspiel untereinander sehr ähnlich zu Der Tobi und das Bo ( später 5 Sterne Deluxe ) bestechen ihre Texte durch Wortwitz und teils absurden Geschichten. Das lockt auch diejenigen an, die so ganz und gar nicht in die Schublade Rapfan zu passen scheinen. So bricht die Szene auf und eine bunt gemischte junge Menge tanzte sich durch die Nacht, die der Käptn erst nach gut zwei Stunden verlässt. Zurück blieb eine erschöpfte und beseelte Gefolgschaft.

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Jena fühlte es!

Kulturarena, 17.7.13 Trombone Shorty & Orleans Avenue

Text und Bilder von Christoph Worsch

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“Ein würdiger Start der Kulturarena.” “Ein sehr gelungener Abend.” Würde der erste Konzertabend der diesjährigen Kulturarena so überschrieben werden, es wäre eine glatte Untertreibung. An dem was Trombone Shorty & Orleans Avenue hier in gut 100 Minuten gezeigt haben, muss sich jeder kommende Abend messen lassen. Ab der ersten Minute versetzte der Solist Trombone Shorty, der mit bürgerlichem Namen Troy Andrews heisst und aus New Orleans stammt, mit seiner Posaune und Trompete sowie den Musikern von Orleans Avenue die gut 1800 Zuschauer in Schwingung. Sie tanzten, klatschten und groovten mit jeder Melodie. Dabei coverte das Ensemble auch bekannte Stücke wie American Woman von Lenny Kravitz oder Next Episode von Snoop Dogg. Das Highlight sollte aber in der Zugabe folgen. Als einer der wenigen Künstler ging Trombone Shorty ins Publikum und ließ die an seinen Lippen hängenden Menschen wqeine Art Sitz-Spring-Laola aufführen, mit ihm im Zentrum. Sein strahlendes Lachen war ansteckend. Sein von ihm vorgegebener Rhytmus ergriff die Menschenmenge und ließ sie bis zum Ende des Konzertes nicht mehr los.

Trombone Shorty & Orleans Avenue zum Konzertarenaauftackt, es hätte nicht besser sein können.

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Einstellig

Kommentar zur FSU-Stura-Wahl

von Benjamin Schmidt

Wahlbeteiligung: 9,3 Prozent. Das Traurige daran ist, dass es noch schlimmer hätte kommen können. Dieser Wert wird allgemein mit Erleichterung aufgenommen. Für größeren Andrang war die Wahl auch nicht ausgelegt, selbst bei voller Auslastung der Wahlkabinen hätten kaum mehr als 20 Prozent der Studenten wählen können. Dies kann und darf aber nicht das Ziel sein.

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Akrützel sucht eine neue Besetzung seiner Chefredaktionsstelle

Zu deinen Aufgaben gehören unter anderem die Heftplanung, Themenfindung, Leitung der Redaktionssitzung, Betreuung von Anzeigenkunden, Zusammenarbeit mit den Redaktionsmitgliedern, Lay-Out und Verteilung der Ausgabe.
Dafür erhälst du zwei Freisemester, ein Gehalt in Höhe des Bafög-Höchstsatzes und die breite Unterstützung der Redaktion, sowie Unmengen an Erfahrung im journalistischen, organisatorischen und gestalterischen Bereich!
Wir würden uns freuen, wenn du Zeit hättest, bei unserem kommenden Satzwochenende (12. bis 14. Juli) teilzunehmen und dir einen ersten Eindruck von der Redaktionsarbeit zu verschaffen.
Das Bewerbungsverfahren besteht aus einem Redaktionsaufgabentest am 26. Juli (etwa 2h) und einem Vorstellungsgespräch am 30. Juli.
Bewerbungsschluss ist der 25. Juli.

Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und Lebensläufe!

Bewerbungen an:
vorstand@stura.uni-jena.de und redaktion@akruetzel.de

Rückfragen bitte an:
redaktion@akruetzel.de

Leserbrief – Ich will nicht gegendert werde

von Johanna Bärhold

Anscheinend ist es in aller Munde – ob beim Stura, dem Akrützel oder den Professoren. Überall kämpfen Studierende, ProfessorInnen und Bürger*innen um das Recht, nicht hinter der männlichen Form zu verschwinden, sondern genannt zu werden.

Auch ich fühle mich diskriminiert. Bin ich anders, bin ich besonders oder bin ich nicht normal? Mich beschleicht ein komisches Gefühl, als sei ich Außenseiter  – allerdings jedes Mal, wenn ich als Frau einen „gegenderten“ Text lese.

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