Ein Herz für Hiwis?

Proteste am Institut für Soziologie

HiWi Akrützel wp

Zeichnung: Martin Emberger

Damals war’s, in einer der ersten Prüfungswochen des letzten Wintersemesters. Für viele Erstsemesterstudenten der Soziologie stand jene Klausur auf dem Plan, bei der die Durchfallquote, 70 Prozent laut studentischen Tutoren, am höchsten ist: „Einführung in die soziologischen Theorien“.
Unüblich war bei dieser schriftlichen Prüfung des letzten Semesters nicht die Anzahl der Durchgefallenen, sondern die Abwesenheit von Hiwis, die Aufsicht halten sollten. Nur zwei von dreizehn angestellten Tutoren waren vor Ort – Dozenten und andere wissenschaftliche Mitarbeiter mussten übernehmen.

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„Bis es auch der Letzte merkt“

Ein Sprachwissenschaftler über Gendern

Dr. Manfred Consten ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistische Sprachwissenschaft. Während seines Studiums Ende der 80er Jahre gehörte Gendern zum guten Ton, heute scheint es ihm aus der Mode gekommen. Gerade deswegen freute er sich, Akrützel einige Fragen aus sprachwissenschaftlicher Sicht zu beantworten und damit das Thema wiederzubeleben.

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Zur Sprache gebracht

Eine Auseinandersetzung mit gendersensibler Sprache

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Foto: Sarah Salzmann

Immer häufiger machen Frauen, Transsexuelle und jene,
die sich mit keinem der biologischen Geschlechter identifizieren, von sich reden.
Der „Fußgänger“ wird zugunsten der „zu Fuß Gehenden“ aus der Straßenverkehrsordnung verbannt
und selbst von der Bibel gibt es inzwischen eine „gerechte Ausgabe“.
Gendersensible Sprache rückt langsam, aber stetig in den Fokus der Öffentlichkeit.
Für die einen ist sie schon Pflicht, für die anderen eine Verunstaltung der deutschen Grammatik.
Mit ihrer strikten Umsetzung stehen Stura und Gleichstellungsreferat an der FSU noch immer auf einsamen Posten.

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Normannen, Nazis, NSU

Die rechtsradikale Burschenschaft Normannia zu Jena

Foto: Christoph Worsch

Foto: Christoph Worsch

Die bunten Flecken an der Fassade sind noch immer zu sehen. Sie sind die letzten Zeugen der Proteste vor der „Wilhelmsburg“, die der Burschenschaft Normannia zu Jena vier Jahre lang als Verbindungshaus diente. Farbbeutelattacken gehörten damals zur Routine, dann wurde es still um die Normannen – bis sie 2012 in den Medien mit dem Umfeld des  „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU) in Verbindung gebracht wurden.

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„Gegenwehr kannten die Nicht“

Ein Ex-Bursche über Braunbuxen

Blog:  burschenschafterpacktaus.wordpress.com Twitter:  @quovadisbuxe

Blog: burschenschafterpacktaus.wordpress.com
Twitter: @quovadisbuxe

Christian J. Becker wurde 1988 Mitglied in einer Burschenschaft. Als seine Verbindung 2011 im Dachverband den „Arier-Antrag“ stellte, der Abstammungsnachweise für neue Burschen fordert, schreckten Becker und andere auf. Sie gründeten, zunächst intern, die Initiative „Burschenschafter gegen Neonazis“. Später gingen sie damit an die Öffentlichkeit. Becker wurde von seiner Verbindung ausgeschlossen. Er sprach mit dem Akrützel über Nestbeschmutzer, Leuchttürme und Morddrohungen. weiterlesen…

Voller Konservierungsstoffe

Ein Erlebnisbericht von Johanne Bischoff und Anna Zimmermann

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 Foto: Maximilian Gertler

Das Semester beginnt. Wieder lernt man neue Kommilitonen kennen, hat die üblichen Verdächtigen in der Vorlesung. Dann endlich das Seminar zu „Regulierungsrecht (Vertiefung)“, das im Vorlesungsverzeichnis so spannend schien. Doch was ist das? In der hinteren Reihe sitzt einer, Hemd, Jackett, die Haare lässig nach hinten gegelt und eine riesige frisch genähte Narbe auf der rechten Wange. „Burschenschafter“, schießt es einem durch den Kopf. Schublade auf, Kommilitone rein, Schublade zu, fertig. weiterlesen…