Das Zeitalter der Fische

In dieser Serie widmen wir vermeintlichen und echten Meisterwerken Liebeserklärungen und Hasstiraden. Diesmal: Ödön von Horváths Jugend ohne Gott.

Von Jessica Bürger

Ödön von Horváth sagte: „Ich habe nur zwei Dinge, gegen die ich anschreibe, das ist die Dummheit und die Lüge.“ Bereits zu Beginn seiner literarischen Laufbahn sieht der österreichisch-ungarische Autor Gefahren im Faschismus und verfasst zunehmend Texte und Theaterstücke mit antifaschistischem Inhalt. Diese richteten sich vor allem gegen das Bürgertum des 20. Jahrhunderts, das seine bürgerliche Individualität und Rechtstaatlichkeit in dieser Zeit nahezu vollständig aufgab. Der Schriftsteller versucht der Dummheit mit „Vernunft und Aufrichtigkeit“ entgegenzukommen.
So auch in Jugend ohne Gott, erschienen 1937. weiterlesen…

Der Stadtnarzisst

Eine Abrechnung mit Woody Allen

Von Lennardt Loß

In dieser Serie widmen wir vermeintlichen und echten Meisterwerken Liebeserklärungen und Hasstiraden. Diesmal: Woody Allen und Der Stadtneurotiker.

1976 drehte Woody Allen Der Stadtneurotiker, ein Meisterwerk und eine Zumutung. Ein Meisterwerk ist der Film, weil Woody Allen eine Story wiederbelebt, die zusammen mit Marilyn Monroe beerdigt wurde: die romantische Komödie. weiterlesen…

Eine Welt auf 25 Quadratmetern

Aus dem Leben eines Buchhändlers

Von Lennardt Loß

Gunther Philler sieht aus wie eine Schwarzweißfotografie. Eckige Brillengläser mit rahmenlosem Gestell, darunter ein weißer Schnurrbart. Beim Sprechen betont er jede Silbe gleich, trotzdem will man dem Mann zuhören. Die Welt dreht sich langsamer, wenn er Wörter sagt wie: Büchertisch, Lesemarathon und Mittagskaffee.
Seit 32 Jahren ist Gunther Philler Inhaber der Jenaer Bücherstube. Der winzige Laden am Johannistor wurde dieses Jahr mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet, und zwar in der Kategorie „besonders herausragende Buchhandlungen“. weiterlesen…

Gretchenfrage: Die Jogginghose

Himmlische Erlösung oder Todsünde

Sie polarisiert an Schulen, der Universität und den Wohnblocks von Lobeda (wobei da eher weniger). Deswegen muss endgültig und abschließend ausdiskutiert werden: Ist die Jogginghose als alltägliches Kleidungsstück erlaubt oder, wie Karl Lagerfeld erklärte, der Kontrollverlust des eigenen Lebens. Zwei Meinungen von Sebastian Danz und Niclas Seydack. weiterlesen…

Poetry Overkill

Vom Ende einer Gattung

Von Niclas Seydack

Eine gute Nachricht: Endlich kann Poetry-Slam in das Hospiz der Literaturwissenschaft eingeliefert werden und dort neben Minnesang und dem bürgerlichen Trauerspiel künstlich am Leben gehalten werden. Die Selbstdiagnose, von einem Slammer formuliert, würde wohl in etwa so klingen: weiterlesen…