Danz nah dran

Die Kolumne im Akrützel
Folge 4

von Sebastian Danz

Glaubt man der Bibel, verwirrte Gott vor langer Zeit die Sprache der Menschen, um die Fertigstellung des Turmes von Babel zu verhindern. Die Menschen wollten sich göttergleich in höchste Höhen aufschwingen und einen Turm bauen, dessen Spitze bis zum Himmel reicht. Gott stoppte das Großbauprojekt, indem er seine Schäfchen mit dem Fluch der Vielsprachigkeit belegte. Weil nun keiner mehr den anderen verstand, blieb der Turm ein Traum und die Menschen mussten weiter in der Horizontalen ihr irdisches Dasein fristen.

Gott muss vor kurzer Zeit wieder einen Abstecher zur Erde gemacht haben. Wenn ich mir anhöre, was manche meiner KommilitionInnen in Seminaren erzählen, fühle ich mich in beste babylonische Sprachverwirrungszeiten versetzt.
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Menschensafaris

Slumbesuche als Touristenattraktion

von Lisa Laibach

Beim Betreten des Reisebüros breitet sich in mir ein mulmiges Gefühl aus. Ob es Slumtouren gibt, um die Ärmsten dieser Welt anzugaffen – diese Frage fühlt sich beschämend an. Erstaunlicherweise ist die Dame im Reisebüro so gar nicht davon überrascht, kann mir aber auch nicht sagen, wo solch ein Angebot zu finden ist.

In einem Katalog werde ich aber fündig: Eine Township-Tour, bei der die Besucher „die andere Seite Kapstadts“ zu sehen bekommen.
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Paris, ein politisches Abenteuer

Einmal Iran und zurück

von Johannes Kaiser

Eine Freundin fragt mich, ob ich Mitte Juni für ein Wochenende mit nach Paris kommen wolle: 30 Euro inklusive Busfahrt, Verpflegung und Unterkunft! Irgendwie so eine Konferenz zum Iran, sie wisse selber nichts Genaues. Am Sonntag hätte man dann den ganzen Tag frei, um sich Paris anzuschauen. Klingt nach einem attraktiven Angebot.

Als der Ausflug näher rückt, kommen mir dann doch Bedenken: Was ist denn das für eine Konferenz?
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Über gescheiterte Utopien

Ben G. Fodor stellt in der Kunstsammlung aus

von Lisa Laibach

Betritt der Besucher den Raum der Ausstellung „Incipit vita nova“ (ein neues Leben beginnt), sieht er zu seiner Rechten die Fotografie eines bedrohlich wirkenden umzäunten Gebäudes, vor welchem eine weiße Pferdeskulptur steht. Es ist das Colosseo Quadrato in Rom, welches eine politische Utopie der 30er Jahre verkörpert und mit der Absicht Mussolinis einhergeht, ein neues Rom zu schaffen.
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