Die kleine nuttige Schwester von Wertschätzung

Birdman ist eine wunderbar bissige Satire auf das Streben nach Berühmtheit

Von Bernadette Mittermeier

Riggan Thomson (gespielt von Michael Keaton) hat seine Zeit als Hollywood-Celebrity hinter sich. Als Birdman begeisterte er Millionen Kinozuschauer, nun mit Anfang 60 will er endlich das Superheldenkostüm loswerden und als Schauspieler ernst genommen werden. Dafür inszeniert er ein Theaterstück mit sich in der Hauptrolle am Broadway. Doch Birdman lässt ihn nicht los, als hämische Stimme in seinem Kopf und großes Plakat in seiner Garderobe verfolgt er Riggan bei jedem Schritt. Dazu kommen eine sarkastische Tochter frisch aus der Entzugsklinik, ein unberechenbarer Nebendarsteller auf Ego-Tour, eine Ex-Frau und eine Geliebte, die mit einer vorgetäuschten Schwangerschaft um mehr Aufmerksamkeit kämpft.

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Performance ist alles

Die „American Songbirds“ erkunden die Grenzen des Singer/Songwriter-Tums

von Sandra Vogel

Wie eine schwarze Masse erhebt sich die Bühne im schummrigen Blau des Volksbads. Wo früher platschendes Wasser zu vernehmen war, hallt heute ein gespenstiges „Ave Cuckoo“ von den Wänden wider. Es verkündet den Beginn des Konzertes der American Songbirds.

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Rausch ohne Reue

Schnaps trinken in Rumänien

von Lennardt Loß

Wer reisen mit einem Bildungsanspruch verbindet, ist ein Heuchler. Ich fahre ja nicht nach Frankreich, weil ich mich ernsthaft für bekloppte bretonische Schlösser interessiere. Und ich fahre schon gar nicht nach Italien, um noch beklopptere Ruinen zu besichtigen. Todlangweilig!
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Allen Klischees zum Trotz

Wir sind die Neuen überrascht mit guten Pointen und originellen Dialogen

von Bernadette Mittermeier

Einige Trailer schrecken vom Kinobesuch ab. Im Fall von Wir sind die Neuen sind es die nervigen Stereotype: Studierende von heute interessieren sich nur für ihre Noten, die Generationen unserer Eltern und Großeltern dagegen haben auf den Barrikaden gewohnt. Wer sich den Film gestern in der Kulturarena angesehen hat wurde allerdings eines Besseren belehrt.
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Auf der Suche nach dem Glück

Ein mehr als 80 Jahre altes Stück über sehr aktuelle Probleme

von Corinna Hofmann

Mit Kasimir und Karoline eröffnete die Kulturarena das Theaterprogramm. Kasimir hat seine Arbeit als Kraftwagenfahrer verloren – er wurde „abgebaut“. Damit scheinen auch sein Selbstverständnis und sein Selbstbewusstsein dahin, er fühlt sich reduziert auf einen „armen Hund“. Seine Verlobte Karoline will das Oktoberfest genießen, Eis essen und Achterbahn fahren. Sie träumt von einem besseren Leben. Darüber kommt es zum Streit. Karoline sucht ihr Glück in einer Beziehung mit einem besser situierten Mann. Kasimir schließt sich Franz an, einem ehemaligen Kollegen mit kriminellen Neigungen, und seiner Freundin Erna, um seinen Kummer im Bier zu ertränken.
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Freiwillig isoliert

Alleine reisen in Island

von Niclas Seydack

Er stellt sich neben mich an die Absperrung vor dem stolzen Gullfoss-Wasserfall, Haukadalur Tal, Island. Seine rechte Augenbraue ist gepierct, er trägt eine signalblaue Jacke aus Ballonseide. Ob ich ein Foto von ihm und dem Wasserfall machen könne, fragt er, hält mir sein Smartphone hin. Ich mache zwei, drei Aufnahmen. Er schaut sie durch, bedankt sich. Ich sehe, er startet einen Upload und beschwert sich, der Internetempfang in Island sei beschissen.
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