Become a Spy

Bisher standen deutsche Serien für unteres Mittelmaß, mit Deutschland 83 hat sich das geändert. Schade, dass das hier keiner sehen will.

Von Lennardt Loß

Februar 2015, Champagnerstimmung bei RTL: Die ersten beiden Folgen der neuen RTL-Serie Deutschland 83 werden auf der Berlinale gezeigt, wenige Tage später erscheint in der New York Times eine euphorische Rezension. Dann gibt die Produktionsfirma bekannt, dass Deutschland 83 auch im amerikanischen Fernsehen laufen wird, im deutschen Original mit englischen Untertiteln.
„Zum ersten Mal ist es einem deutschen Programm gelungen, die USA zu erobern“, sagte Produzent Nico Hofmann. Ein Satz wie ein Mittelfinger ins Gesicht der deutsche Fernsehkritik, die Hofmann traditionell vorwarf, deutsche Geschichte mit Kitsch und B-Klasse-Schauspielern zu inszenieren wie in Hindenburg, Rommel und Die Luftbrücke. Jetzt also: Beifall von der großen Seriennation Amerika. weiterlesen…

Der Tassenzerstörer

Jeder tut es: Flunkern, Beschönigen – es hat viele Namen, das bewusste Verschweigen von Informationen oder das Darstellen falscher Informationen als richtige. Wäre es da nicht klasse, wenn man die wahren von den gelogenen Aussagen unterscheiden könnte?

Von Annika Nagel und Paula Swade

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„Wir sind im Wartestand“

Das Interview führte Niclas Seydack

Man muss in den Gängen des Thüringer Landtags erstaunlich oft links abbiegen, bevor man bei Mike Mohring ankommt, dem Vorsitzender der Thüringer CDU. Mohring, den seine Mitarbeiter alle nur „Chef“ nennen, ist seit 1999 Mitglied des Landtags, seit 2004 gewann er dreimal das Direktmandat im Wahlkreis Weimarer Land I. Die CDU ist die stärkste Fraktion im Landtag. In die Opposition musste seine Partei dennoch, weil Sondierungsgespräche mit den Grünen sowie mit der AfD scheiterten. Von letzteren distanzierte sich Mohring später.

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Gesichter der Macht

Das Interview führten Tarek Barkouni und Christoph Renner

Der Rede Björn Höckes vor wenigen Minuten im Landtag ist Bodo Ramelow ferngeblieben, um dem AfD-Mann als Regierungschef keine größere Bühne zu geben. Auf seine Arbeit als Ministerpräsident angesprochen, lehnt sich Bodo Ramelow zurück und legt einen Ellenbogen auf die Stuhllehne. Er ist angekommen, gefällt sich in der präsidialen Rolle. Mit fast 60 wirkt er vital und hemdsärmelig, seine Präsenz kommt nicht von Amts wegen. Er spricht in kurzen, prägnanten Sätzen. Bei Widerspruch zum Thema Hochschule wird Ramelow lauter. Er neigt sich zum Gesprächspartner vor, taxiert ihn über den Rand seiner Brille hinweg mit bemerkenswerter Schärfe – dann ist man im Brennpunkt. Man möchte früher auf keinen Fall Arbeitgeber in einem Betrieb gewesen sein, in dem Bodo Ramelow als Gewerkschafter aufgetreten ist. weiterlesen…

Der Wirklichkeit entfliegen

Seit Neustem wird beim Hochschulsport Quidditch angeboten. Von dem Versuch, eine magische Welt in die Realität zu übertragen.

Von Caroline Ellenbeger

Manche von uns wünschen sich bis heute noch, sie hätten einen Brief aus Hogwarts bekommen. Doch unser studentischer Alltag sieht keine Magie vor. Die Realität hat ihren Zauber verloren. Vielleicht ist das der Grund, warum erwachsene Menschen freiwillig mit einem Besen zwischen den Beinen über ein Spielfeld rennen. Man kann es jedoch nur vermuten, denn in erster Linie handelt es sich bei Quidditch um eine Sportart. weiterlesen…

Die Botschaft ist Frieden

Was hat sich für Muslime seit dem Anschlag in Paris am 13. November verändert? Wie gehen sie damit um, dass ihr Glaube für Terror instrumentalisiert wird?

Von Annika Lobeck

Die Moschee des Islamischen Kulturvereins ist von außen nicht als solche zu erkennen. In einem gewöhnlichen Wohnhaus in einer Zwei-Zimmer Wohnung kommen gläubige Muslime zusammen, um gemeinsam zu beten und zu reden. weiterlesen…