Zwei Meinungen zum Campus-Thüringen-Ticket

Pro: Bahn frei

Von Jens Thomas

Nichtstudenten fahren in Thüringen am günstigsten mit dem Hopper-Ticket. Es kostet sechs Euro am Automaten und acht am Schalter, gilt für einen Geltungstag, für eine Hin- und Rückfahrt zwischen zwei Bahnhöfen, die nicht mehr als 50 Kilometer auseinander liegen. Das Thüringenticket hingegen soll unbeschränkt für ganz Thüringen sechs Monate gelten und 44,90 Euro kosten. Leider gibt es dieses nur für Studenten. Natürlich sind zehn Euro eine merkliche Preiserhöhung. Wer jedoch acht Hopper-Tickets zusammenzählen kann, wird der Konferenz Thüringer Studentenschaften zu einem ziemlich guten Verhandlungsergebnis gratulieren. Die Urabstimmung darüber sollte eine Formsache sein, stattdessen wird auf hohem Niveau über eine angebliche Zwangsabgabe gejammert.

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Sülzhayner Sülzwurst

Ein Ausflug in den Thüringer Norden

Von Kristin Haug

Hoch oben im Norden, im nördlichsten Zipfel Thüringens, noch nördlicher als Nordhausen, da liegt Ellrich. Ellrich ist ein Ort mit 3.000 Einwohnern. Ellrich heißt eigentlich Alarici, ist aber auch unter den Synonymen Arariche, Elreke und Elrike bekannt, zumindest im düster frommen 13. Jahrhundert. Ellrich hat nichts mit Elchen zu tun, auch nichts mit einer Elke. In Ellrich melkt man nichts, es ist auch nichts verwelkt in Ellrich. Ellrich ist einfach nur Ellrich und Ellrich können interessierte Studenten, wenn das Campusthüringenticket denn kommt, kostenlos bereisen.
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Welche Solidarität?

Ein Blick auf die Semestertickets der Unis Halle und Leipzig

von Peter Neumann

Die Entscheidung bei der Urabstimmung fällt nicht nur für oder gegen das neue Modell. Mit einem Contra-Votum könnten neue Verhandlungen auch neue Alternativen mit sich bringen.
Um sich über andere mögliche Formen eines Semestertickets klar zu werden, genügt schon ein Blick in die Semesterticket-Landschaft unserer Partneruniversitäten Leipzig und Halle. Dort haben die Studenten nämlich gerade im letzten Jahr über ein landesweites Semesterticket abgestimmt: und sich mehrheitlich dagegen entschieden! An der Leipziger Uni waren es 53 Prozent der abgegebenen Stimmen, die ein Vollticket für unangebracht hielten, an der Hallenser Uni etwas deutlichere 67 Prozent. Unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle nicht, dass sich die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur sowie die Fachhochschule für Telekommunikation (beide Leipzig) für das vollsolidarische Modell entschieden haben. Aber was heißt eigentlich vollsolidarisch? Und welche Alternativen standen überhaupt zur Wahl?
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Volle Pleite

Warum das 4-dip-Festival gescheitert ist.

Das Gespräch führte Conrad Ziesch

Anlässlich der 450-Jahr-Feier der FSU hatte das Kulturreferat des Stura im August das internationale Fest Four Days in Paradise (4dip) organisiert. Es sollte die größte studentische Initiative im Jubiläumsjahr werden. Der Titel der Veranstaltung versprach viel. Vielleicht zu viel, wie Mitorganisator Christian Triebel rückblickend meint.

„Es hätte besser laufen können“, sagt Christian Triebel.
FOTO:Conrad Ziesch

In den vier Veranstaltungstagen sind 3.000 Besucher zu eurem Festival gekommen. Wären außerhalb der Semesterferien nicht mehr zu erwarten gewesen?
Der Termin war sicher nicht der günstigste, das war uns von Anfang an bewusst. Wir befanden uns jedoch in einer Zwickmühle: Vorher fand die Kulturarena statt. Hätten wir den Termin später angesetzt, wäre der Sommer schon vorbei gewesen. Außerdem wollten wir den Studenten aus Europa die Möglichkeit geben, in ihren Semesterferien nach Jena zu kommen.

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Die falsche Wahl

Der Stura ignoriert die Anfechtung seiner Wahl

Von Kristin Haug

Rita Meißner ist außer Atem. Manchmal schüttelt sie den Kopf, hält dann kurz inne, holt tief Luft und fängt wieder an zu tippen. Ganz vorne im Rat-haussaal sitzt sie neben den ehemaligen Stura-Vorständlern Marc Emmerich, Lysett Wagner und Felix Tasch. Die Geschäftsführerin der Studentenvertretung schreibt so schnell sie nur kann. Sie muss das Protokoll der konstituierenden Stura-Sitzung aufnehmen. Das ist nicht so leicht, denn so eine Sitzung ist eine schwierige Angelegenheit – vor allem wenn es darum geht einen neuen Vorstand zu finden.

Der alte Vorstand leitet die neuen Mitglieder des Stura komissarisch weiter.
FOTO:Kristin Haug

Und so war es auch wieder an diesem Montag im Oktober. Die Sitzung verlief wie gewohnt turbulent. Nach einführenden Grußworten des Oberbürgermeisters, des Rektors und von Rolf Pfeiffer- Will vom Studentenwerk scheiterte der Stura nach drei Wahlgängen daran, drei Personen an die Spitze des Gremiums zu stellen. Lediglich die  Politikwissenschaftsstudentin Julia Langhammer erhielt die nötige Mehrheit für den Posten.
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Über Anfeindungen lachen können

Wolfgang Schäuble über seine Studentenzeit

Das Gespräch führten Kristin Haug und Conrad Ziesch

Eigentlich wollte Wolfgang Schäuble nach Jena kommen, als er den Termin an der FSU aber absagte, schlug er uns einen anderen Ort vor. Also trafen wir ihn im Juli in den MDR-Studios in Halle. Als er in einer schwarzen Limousine vorfuhr, fragten seine Securitymänner uns nach den Personalausweisen.

Politik war frühersein Hobby.
FOTO:Jens Borghardt

Streber oder Straßenkämpfer – Wie war er so, der Student Wolfgang Schäuble?
Ein Streber bin ich nie so richtig gewesen. Dafür habe ich im Studium zu viele andere Sachen gemacht. Ich hab immer viel Sport getrieben und mich politisch engagiert. Studiert habe ich natürlich auch noch einigermaßen erfolgreich. Ein Straßenkämpfer war ich auch nicht. Man sollte sich eher im System engagieren, als es außerparlamentarisch zu bekämpfen. Davon war ich schon als Student überzeugt.

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