Die doppelte Ungerechtigkeit

Ein Gespräch mit dem Stura-Ankläger Philipp Scholz

Das Gespräch führte Johannes Wander

Am 10.11. verkündete die Schiedskommission offiziell ihr Urteil zur Anfechtung der Stura-Wahl vom letzten Juli. Akrützel sprach mit Philipp Scholz, einem von zwei Klägern, über das Ergebnis und seine Konsequenzen für den Stura.

Könntest du bitte kurz nochmal zusammenfassen, worum es in eurer Anfechtung und dem Schiedsspruch geht?

Ursprünglich ging es darum, dass wir glaubten, es bestünde ein Fehler in der Satzung, der der Gleichheit der Wahl widerspricht. Es stellte sich jedoch heraus, der Fehler liegt nicht in der Satzung, sondern in deren Anwendung. Ein klassischer Wahlfehler, mit dem sich der Schiedsspruch hauptsächlich befasst.

Worin bestand dieser Fehler?

In der Satzung steht, die Wahl sei gleich, also dass die Wähler in ihrer Stimmkraft gleich sein müssen. In Bezug auf die Wahl bedeutet das, dass jeder Wähler über so viele Stimmen verfügt wie Mandate an der Fakultät zu vergeben sind. In der Wahlbekanntmachung heißt es: „Der Wahlberechtige kann seine Stimmen auf verschiedene Wahlvorschläge verteilen.“ Wahlvorschläge sind laut Satzung Einzelwahlvorschläge oder Listenwahlvorschläge, wobei mehrere Stimmen für einen Kandidaten nur als eine Stimme für den Kandidaten und seine Liste zählen. Es wurden aber vom Wahlvorstand die Begriffe Kandidaten und Wahlvorschläge vermischt. weiterlesen…

Der Uni auf‘s Dach steigen

Jenaer Verein will sauberen Strom durch Solaranlage fördern

Von Sören C. Reimer

“Bist du an Umweltthemen interessiert?”. Foto: SUNFRIED

Jena soll grüner werden – das findet zumindest der Verein „Sunfried“. Er möchte auf dem Dach des Laborgebäudes der Umweltchemie in der Lessingstraße eine Solaranlage errichten. Das soll aber nur der erste Schritt sein, erklärt Mareike Keppler, Pressesprecherin des Vereins. „Wir wollen auch einen Beitrag zur Energiewende leisten und Bürger Jenas, Studierende und die Uni zum Umdenken bewegen.“ Zusammen mit mehr als einem Dutzend anderer Studenten und Mitarbeitern der Uni engagiert sich die 25-Jährige seit Anfang des Jahres für das Projekt. Als Vorbild gelten zahlreiche Solar-Projekte anderer Hochschulen, die sich im Uni-Solar-Netzwerk zusammengefunden haben. Unterstützt wird das Projekt vom Umweltreferat des Stura, der Arbeitsgruppe Regionalklima, dem Arbeitskreis Nachhaltigkeit, der Grünen Hochschulgruppe Jena, der Grünen Jugend Jena sowie der Klimaschutzstiftung Thüringen. weiterlesen…

Und er lohnt sich doch

Der FH-Stura kämpft gegen fragwürdigen Gebäudeabriss

Von Matthias Benkenstein und Robert Wegner

Vom Aussterben bedroht: das Kastanienhaus auf dem FH-Gelände. Foto: FH-STURA

Es ist eine dieser Situationen, in denen man merkt, dass es doch ganz praktisch ist eine Studentenvertretung zu haben, die sich für die Interessen ihrer Kommilitonen einsetzt. Noch im Sommer dieses Jahres war es der feste Entschluss der FH-Hochschulleitung das sogenannte „Kastanienhaus“ abzureißen, einen Flachbau in der Nähe der Mensa an der Carl-Zeiss-Promenade. Das zweistöckige Gebäude sollte – trotz akuten Raummangels – durch eine „Grünfläche“ ersetzt werden. Das ist jetzt aber gar nicht mehr so sicher. Denn sowohl der FH-Stura als auch die Fachschaftsräte und andere engagierte Studenten investierten in den letzten Monaten viel Zeit und Energie, um für den Erhalt des Hauses zu kämpfen.
Bereits im Frühjahr wurde der Abriss des Hauses, in dem bisher die Räume und Büros mehrerer Fachbereiche und ein Computerlabor untergebracht waren, zum ersten Mal im Senat der Fachhochschule besprochen. Kurze Zeit später folgte der entsprechende Beschluss. Grund: Geldknappheit. Die laufenden Betriebskosten seien zu hoch und der Haushalt gebe es nicht her, das Gebäude weiter zu unterhalten. weiterlesen…

Es geschah am helllichten Tag

Jedes vierte Fahrrad ist nicht oder nur schlecht gesichert

Von Norbert Krause

Eine Flex für alle Fälle. Foto: Jonas Janssen

“In jedem Jahr eins.“ So lautet die traurige Bilanz, die Gloria Ballhause zieht. Vier Fahrräder wurden der Philosophiestudentin in Jena bereits geklaut: erst ein altes Rad mit Stempelbremse, dann ein günstiges Baumarktbike, danach nur noch gebrauchte. Dabei hatte sie die Fahrräder meist nur einmal über Nacht am Campus durch ein einfaches Schloss gesichert stehen lassen. „Aber“, relativiert sie, „das waren alles auch nur billige Fahrräder“.
Anders als bei Maximillian Bräu. Über 1000 Euro hatte der Chemiestudent für sein Rad bezahlt. Einmal in sieben Jahren hatte er sich ein ordentliches Fahrrad gekauft. Nach drei Monaten wurde es ihm am helllichten Tag vor der Uni gestohlen: „Nach zwei Vorlesungen war es komplett weg, nicht einmal das Schloss war mehr da.“ Er hatte es mit einem dicken Seilschloss fest an den Fahrradständer angeschlossen.
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Wenn Ackermann & Co das Studium finanzieren

Zwei Prozent aller Studenten nehmen mittlerweile einen Kredit auf – und starten mit hohen Schulden ins Berufsleben

Von Anna-Lena Roth

Ehe man sich versieht, steckt man in der Schuldenfalle.Zeichnung: beetlebum

Was erwarten wohl die 9.729 Erstis, die seit diesem Wintersemester an den Thüringer Universitäten eingeschrieben sind, von ihrem Studium? Überfüllte Hörsäle, klar. Genervte Dozenten, sicher. Aber zum typischen Studentenleben gehören genauso das Kaffeetrinken und der Kinobesuch mit Freunden oder die WG-Party und Kneipentour mit den Kumpels.
Doch so ein Studium will finanziert werden. Im Idealfall sind diese Kosten durch Mama und Papa, Kindergeld und Bafög gedeckt. Dieser Idealfall wird nur leider immer seltener.
Philipp Ebert, 20, zählt nicht zu diesen „Idealfällen“. Er gehört vielmehr zu den zwei Prozent der Studenten, die in Deutschland einen Kredit aufnehmen müssen, um ihr Studium zu finanzieren.
An der FSU studiert Philipp im ersten Semester Geschichte und Politikwissenschaft. Für das Arbeiten nebenher hat er keine Zeit. „Auch eine Ausbildung stand nie zur Debatte. Für mich war immer schon klar, dass ich studieren werde.“ Klar war aber auch, dass Philipps Eltern ihn dabei nicht unterstützen, schließlich haben sie sich erst vor Kurzem ein Haus gekauft. Somit ist Philipp aber auch nicht Bafög-berechtigt – und er musste sich vor Studienbeginn ernsthafte Gedanken um Finanzierungsmöglichkeiten machen.
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Geld sparen, Geld verdienen

Von Isabel Schlegel

„O, ihr unsterblichen Götter! Sie sehen es nicht ein, die Menschen, welch große Einnahme die Sparsamkeit ist“, stellte schon der berühmte römische Redner Cicero enttäuscht fest. Ob sich an dieser Erkenntnis heutzutage, über 2.000 Jahre später, viel verändert hat, ist angesichts der aktuellen Kreditkrise fraglich. Fest steht dagegen, dass viele Studenten dazu gezwungen sind zu sparen – ob sie nun wollen oder nicht. Denn 686 Euro hat ein Student in Thüringen durchschnittlich im Monat zur Verfügung. Rund ein Drittel aller Studenten muss mit weniger als 600 auskommen und liegt somit sogar unter der relativen Armutsgrenze für den Osten Deutschlands. Sparen ist da keine Lifestyleentscheidung, sondern eine Überlebenstechnik. Deshalb hier eine kleine Auswahl an Überlebenstipps für den studentischen Haushalt:

MOBILITÄT

Couchsurfing (www.hospitalityclub.org): Nicht nur auf Urlaubsreisen perfekt, um kostenlos in fremden Gegenden zu übernachten. Auch zur Überbrückung bei der Wohnungssuche in Jena allemal billiger als ein Hotel.
Mitfahrzentrale: Deutlich billiger als Bahn fahren und interessante Gespräche während der Fahrt gibt es meist kostenlos dazu.
Öffentliche Sportanlagen: Einfach unauffällig reinschleichen und eine kostenlose Dusche genießen.

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