Er hätte die Welt verändert

“Elser”: Über ein gescheitertes Attentat

von Lisa Laibach

Ein Mann hält eine Taschenlampe zwischen seinen Zähnen. Er füllt Sprengstoff in ein Loch in der Wand. Hektische Bewegungen, der Angstschweiß steht ihm auf der Stirn. Die Bombe explodiert – doch Hitler verlässt die Veranstaltung zu früh. 13 Minuten später und Georg Elser (gespielt von Christian Friedel) hätte die Welt verändert.
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Die Ungewollte

Jenas erste Professorin Mathilde Vaerting im Porträt

von Christoph Renner

In Jena gibt es, fernab vom Fürstengraben, an dem die Büsten der großen Männer der Universität stumm Kopf an Kopf stehen, eine Mathilde-Vaer­ting-Straße. Wer war diese Frau? 1884 geboren, feministisch, revolutionär, eigensinnig und Zeit ihres Lebens unverheiratet. Die erste Jenaer Professorin ist in ihrem Leben und Wirken ständig in Konflikt mit dem bestehenden System geraten.
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25 Jahre Akrützel

Jenas führende Hochschulzeitung feiert Geburtstag

Ein Vierteljahrhundert, literweise Kaffee, Druckerschwärze, Blut, Schweiß und Tränen und eine ungeklärte Frage: Warum heißt das Akrützel so? weiterlesen…

Gegen die Wegwerfkultur

Im Gespräch mit einem plastikfreien Blogger

Robert Zabloschi wohnt in Erfurt und schreibt seit Mitte Januar einen plastikfreien Blog. In diesem beschreibt er, wie er sich auf seinen Selbstversuch, einen Monat lang komplett auf Plastik zu verzichten, vorbereitet. Mit uns sprach er über die Hintergründe seines Selbstversuchs, welche Ideen er dabei wie umsetzen möchte und welche Alternativen es zum Plastikverbrauch gibt.

 

Plastic free – heißt das auch einen Monat lang nicht die Zähne zu putzen?
So würde ich das nicht sagen. Es gibt doch auch Zahnbürsten aus Bambus, die komplett kompostierbar sind. Im Internet gibt es sogar Anleitungen, wie man Zahnpasta selber machen kann. Schwieriger ist es hingegen bei Duschgels: Das Einzige ohne Plastikverpackung ist da Kernseife.

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Eine Liebeserklärung an die Zigarette

von Niclas Seydack

Echte Solidarität gibt es nur noch unter Tabakfreunden. Einen Raucher kannst du immer anpumpen. Oder jemals folgenden Satz gehört? „Du, sorry, ich wollte diese Woche echt mal ein bisschen sparsamer mit den Kippen umgehen.“ Nein? Richtig, sagt auch niemand, außer entmenschlichten Turbokapitalisten und Start-Up-Schnöseln. Und die gehören – genau wie militante Nichtraucher – ohnehin kräftig gemittelfingert. Punkt. Vorzug I lautet demnach: Rauchen ist sozial.

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Thoskana-Utopie

Einblicke in die schöne neue Uniwelt des Jahres 2016

von Marcus Rockoff und Louisa Reichstetter

2006 wurde die Thoska in Jena eingeführt. Damals malten sich die Akrützel-Redakteure orwellsche Schreckensszenarien aus, welche die elektronische Karte mit sich bringen könnte.

„Die Bibliothek wird in wenigen Minuten schließen,“ tönt es aus den Lautsprechern der Thulb. Es ist die letzte Möglichkeit, noch schnell einige Bücher für das Wochenende auszuleihen. Am Ausleihschalter grüßt die Bibliotheksfachkraft mit stoischer Freundlichkeit und nimmt die mitgebrachten Bücher in Empfang. Nachdem die Barcodes eingescannt wurden und „Thoska V. 6.0“ zur Identifikation vorgezeigt wurde, blickt die Bibliothekarin nochmals leicht verwundert auf ihren Bildschirm: „Sie können zwar George Orwell und Aldous Huxley bis zum 9. Dezember 2016 ausleihen, aber wozu brauchen sie diese denn? Sie studieren doch gar nicht Neusprech, sondern Astralphysik im dritten Semester.“

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