Gleichgültigkeit und Grauzonen

Der Aufstand in der Hilfskraft-Hölle bleibt aus

Studenten gelten gemeinhin als recht streitlustiges Volk. Der Wille zum Widerstand endet aber, wenn es um das eigene Karrieresprungbrett geht. Unkraut jäten, das Ego des Professor pflegen und Excel-Tabellen füllen – natürlich schlecht bezahlt – so sieht das Aufgabenprofil eines Traumjobs aus. Studentische Hilfskräfte in Jena verdienen gerade mal 7,45 Euro brutto. Das ist zwar mehr als Studenten hier in manch einem anderen Job erhalten würden, allerdings immer noch unter dem Tarif, den Angestellte verdienen. Als leuchtendes Beispiel für die Situation der studentischen Beschäftigten muss immer Berlin herhalten: Außer in der Hauptstadt fällt die Beschäftigungsgruppe der studentischen Hilfskräfte in keinem Bundesland unter einen Tarifvertrag. Dort bekommen studentische Hilfskräfte ganze 10,98 Euro, Stellen müssen ausgeschrieben werden und Beschäftigungsverhältnisse sind weniger stark befristet. weiterlesen…

„VPW wird hart!“

Der Powi-FSR kritisiert den Lehrstuhl von Professor Hilpert

Hält sich gerne außerhalb der Uni auf: Professor Hilpert.
Hält sich gerne außerhalb der Uni auf: Professor Hilpert. Zeichnung: Martin Emberger.

Wenn Aristoteles als philosophische Allzweckwaffe von den Bedingungen am Jenaer Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft von Prof. Ulrich Hilpert wüsste, würde er sich vermutlich die Haare raufen, denn die Wurzeln dieses Fachbereichs reichen bis in die komparatistische Tradition der Antike zurück. Aristoteles gehörte zu den Philosophen, die damals die ersten Schritte zur „Königsdisziplin“ der Politikwissenschaft gingen. Die Zustände am Lehrstuhl ließen jedoch in der Vergangenheit kaum einen Politik-Studenten vor Ehrfurcht erstarren. Entsetzen trifft es wohl eher. Das zeigt sich an der Vielzahl von Beschwerden, die im Laufe des vergangenen Wintersemesters beim Fachschaftsrat Politikwissenschaft eingingen und durch die er sich genötigt sah, einen offenen Brief zur Problematik an Hilperts Lehrstuhl zu verfassen. weiterlesen…

Ein hartes Pflaster

Neue Gesprächs-Konzertreihe des Collegium Europaeum Jenense

Fachleute fast unter sich: Moderatorin und Musikerin Christina Rommel umringt von den Podiumsgästen.
Fachleute fast unter sich: Moderatorin und Musikerin Christina Rommel umringt von den Podiumsgästen. Foto: Christoph Worsch.

Wenn man Johannes Strate nach seinem Rat für Nachwuchsmusiker fragt, antwortet er konventionell: „Emsig sein, Songs schreiben und Kontakte knüpfen.“ Doch es schwingt auch etwas anderes mit: Vorsicht. „Ich würde jedem raten, einen Plan B zu haben.“
Viele junge Musiker erhoffen sich ähnlich viel Erfolg wie der Sänger der Band „Revolverheld“ hat. Mit dem als Gesprächs-Konzert konzipierten Format „CollegiumJ. Die Bühne. Musik. Talk. Live“ will das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) Medienexperten und Künstler vor Publikum zusammenbringen. weiterlesen…

Kulanzkonflikt

Ein Kommentar zum Umgang mit Finanzanträgen beim FSU-Stura

Der FSU-Stura hat sich erst während der laufenden CollegiumJ-Veranstaltung dazu entschieden seine Förderung von 500 Euro zurückzunehmen. Dies ist kein guter Stil. Mag sein, dass sich zwischenzeitlich neue Fakten ergeben haben, aber die Verfahrensweise mit dem Förderantrag für das „CollegiumJ“ zeigt, dass der FSU-Stura seinen Umgang mit externen Finanzanträgen dringend verbessern muss. weiterlesen…

Tolkien für Fortgeschrittene

Ende April fand die neunte Tolkien-Konferenz an der FSU statt

Der kleine Hobbit stellt seine ausgefeilten Marketing-Konzepte vor.
Der kleine Hobbit stellt seine ausgefeilten Marketing-Konzepte vor. Zeichnung: Martin Emberger

Kleine Männer mit dicken Bäuchen und langen zotteligen Bärten im Foyer des Campus. Einige in Kettenhemden, andere mit grünen Filzcapes. So zumindest könnten die Erwartungen aussehen, wenn sich die Deutsche Tolkien Gesellschaft zu ihrer Jahreskonferenz zusammenfindet.
Doch diese Vorstellung wird jäh zerschlagen. Manche ein bisschen nerdy, aber in normaler Kleidung des 21. Jahrhunderts, so warten die Teilnehmer am Freitag, den 27. April, nachmittags im Hörsaal 7 auf den ersten Vortrag. Man ist per Du und führt angeregte Fachgespräche. weiterlesen…

Jeder Quadratmeter muss überdacht werden

Die Uni platzt aus allen Nähten – jetzt soll der Inselplatz bebaut werden

Nach zehnminütiger Parkplatzsuche ist das Fahrrad an eine Laterne auf dem Campus geschlossen. Horden von Studenten quetschen sich durch die Glastür in die Uni, vorbei an einer Schlange Urinierwütiger, die den Eingang blockiert. In Seminarräumen sitzen wissbegierige Studenten – auf Stühlen, Tischen, Heizkörpern und dem Boden. Die Luft wird knapp. Jemand nölt. weiterlesen…