Die Ungewollte

Jenas erste Professorin Mathilde Vaerting im Porträt

von Christoph Renner

In Jena gibt es, fernab vom Fürstengraben, an dem die Büsten der großen Männer der Universität stumm Kopf an Kopf stehen, eine Mathilde-Vaer­ting-Straße. Wer war diese Frau? 1884 geboren, feministisch, revolutionär, eigensinnig und Zeit ihres Lebens unverheiratet. Die erste Jenaer Professorin ist in ihrem Leben und Wirken ständig in Konflikt mit dem bestehenden System geraten.
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Thoskana-Utopie

Einblicke in die schöne neue Uniwelt des Jahres 2016

von Marcus Rockoff und Louisa Reichstetter

2006 wurde die Thoska in Jena eingeführt. Damals malten sich die Akrützel-Redakteure orwellsche Schreckensszenarien aus, welche die elektronische Karte mit sich bringen könnte.

„Die Bibliothek wird in wenigen Minuten schließen,“ tönt es aus den Lautsprechern der Thulb. Es ist die letzte Möglichkeit, noch schnell einige Bücher für das Wochenende auszuleihen. Am Ausleihschalter grüßt die Bibliotheksfachkraft mit stoischer Freundlichkeit und nimmt die mitgebrachten Bücher in Empfang. Nachdem die Barcodes eingescannt wurden und „Thoska V. 6.0“ zur Identifikation vorgezeigt wurde, blickt die Bibliothekarin nochmals leicht verwundert auf ihren Bildschirm: „Sie können zwar George Orwell und Aldous Huxley bis zum 9. Dezember 2016 ausleihen, aber wozu brauchen sie diese denn? Sie studieren doch gar nicht Neusprech, sondern Astralphysik im dritten Semester.“

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„…als ob der Bund es jetzt reißen könnte“

Über die Finanzen der Thüringer Hochschulen

von Franziska Offen

Wer einen wissenschaftspolitischen Neuanfang durch Rot-Rot-Grün erwartet hat, wurde wohl enttäuscht. Das Ressort bleibt SPD-geführt. Änderungen wird es aber trotzdem geben – nicht nur in Thüringen. Vor allem die wirtschaftlichen Gegebenheiten im Bildungssektor befinden sich im Wandel. Nun ist fraglich, ob die Neuerungen über den Rahmen der Bürokratie hinausgehen. weiterlesen…

„Kein Nischenfach“

Unverständnis über Kürzungen

von Niclas Seydack

Prof. Dr. Jörg Nagler lehrt an der FSU Neuere Geschichte mit dem Schwerpunkt Amerika. Er baute gemeinsam mit anderen den interdisziplinären Masterstudiengang Nordamerikastudien auf.  Seine Professur ist in der aktuellen Version des Struktur- und Entwicklungsplans mit einem „kw-Vermerk“ versehen. Das bedeutet, die Professur wird nicht besetzt, wenn Jörg Nagler emeritiert. Außerdem soll der Masterstudiengang ersatzlos gestrichen werden. Das Akrützel fragte nach, wie es ihm mit dieser Situation geht und bat um eine Einschätzung der Lage. weiterlesen…

Zur Sprache gebracht

Eine Auseinandersetzung mit gendersensibler Sprache

cover

Foto: Sarah Salzmann

Immer häufiger machen Frauen, Transsexuelle und jene,
die sich mit keinem der biologischen Geschlechter identifizieren, von sich reden.
Der „Fußgänger“ wird zugunsten der „zu Fuß Gehenden“ aus der Straßenverkehrsordnung verbannt
und selbst von der Bibel gibt es inzwischen eine „gerechte Ausgabe“.
Gendersensible Sprache rückt langsam, aber stetig in den Fokus der Öffentlichkeit.
Für die einen ist sie schon Pflicht, für die anderen eine Verunstaltung der deutschen Grammatik.
Mit ihrer strikten Umsetzung stehen Stura und Gleichstellungsreferat an der FSU noch immer auf einsamen Posten.

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Auf Spurensuche

Amtsgericht verhandelt „Fußstapfen-Prozess“

Gastbeitrag von Kai Bekos

Fußspuren

Zeichnung von Martin Emberger

Am Amtsgericht Jena fand am 22. Januar die Verhandlung gegen zehn Männer und eine Frau im „Fußstapfen“-Prozess statt. Die Staatsanwaltschaft legte ihnen einen Verstoß gegen den sogenannten „Graffiti-Paragraphen“ zur Last. Dieser war geschaffen worden, um als Sachbeschädigung auch das unbefugte und nicht nur vorübergehende Verändern des Erscheinungsbildes einer fremden Sache zu sanktionieren. Damit wollte der Gesetzgeber verhindern, dass das Anmalen oder Ansprayen von Gegenständen mit unlöslichen Farben straffrei bleibt. weiterlesen…