„Denken find’ ich immer gut!“

Der neue Bildungsminister Christoph Matschie im Interview

Das Gespräch führten Philipp Böhm und Louisa Reichstetter


Foto: Akrützel/Katharina Schmidt

Erfurt, 20. November. Christoph Matschie erscheint in Begleitung seines Pressesprechers im Foyer des Landtages und bittet zum Interview ins Restaurant „Feininger“. Denn eigene Räume, so sagt der neue Bildungsminister, habe er noch gar nicht.

Herr Minister, wie stehen Sie als Sozialdemokrat eigentlich zum Slogan „Denkfabrik Thüringen“?
(schmunzelt) Also, denken find‘ ich immer gut. Aber ob das eine Fabrik sein muss, da habe ich meine Zweifel. Ich will, dass jenseits von Slogans begriffen wird, dass Bildung und Kreativität das Wichtigste sind, was diese Gesellschaft hat. Ohne gute Bildungspolitik können Menschen ihre Chancen im Leben nicht entfalten.
weiterlesen…

Umstellung verpasst

Falsche Zeugnisse lassen Studenten der FH schlechter wirken

Von Maike Scholz

Foto: Katharina Schmidt

Jeder kennt das Gefühl von Aufregung vor der Zeugnisübergabe. Lange hat man dafür gearbeitet, so manche Nacht gepaukt, um einen guten Abschluss zu erreichen. Nicht zuletzt, um danach auch eine bessere Chance auf dem umkämpften Arbeitsmarkt zu haben. Doch Absolventen der Fachhochschule Jena beschleicht ein dumpfes Gefühl, wenn sie sich an den Blick auf ihr Zeugnis erinnern. Die Zeugnisse wurden nämlich falsch ausgestellt.
weiterlesen…

Tod und Wiedergeburt

Der FH-Stura löste sich auf, um sich zu retten

Von Isabel Schlegel

Auf einmal war der Stura wieder interessant: Natalja Rieck und andere Stura-Mitglieder im Gespräch mit ihren Kommilitonen. Foto: Christoph Worsch

Der Tod enthüllt sein Gesicht: Er lächelt. Zufrieden blinzelt Martin Uebel, Stura-Vorstand im Henkerskostüm, in die Sonne. „Heute ist das erste Mal, dass ich mitbekomme, wie sich Studenten über den Stura unterhalten“, sagt er. Kein Wunder, denn 5000 Flyer, 100 Plakate, ein meterlanges Banner und ein durch alle Hörsäle wandelnder Sensenmann verkünden am 19. Mai: „Der Stura ist tot“. Und jeder Student soll es mitbekommen. weiterlesen…

Wo sind die Idealisten?

Ein Kommentar zu den Problemen des FH-Sturas

Von Isabel Schlegel

Die Fachhochschule Jena ist mit ihrem Kandidatenmangel nicht allein: Ob Erfurt, Weimar oder die FSU – an fast allen Thüringer Hochschulen gibt es in den Fachschaften oder den Sturas mehr Plätze als Bewerber. Das bedeutet zwar nicht überall das Ende studentischer Interessenvertretung, aber doch das Ende demokratischer Wahlen. Bei zu wenigen Bewerbern bekommt jeder einen Platz im Gremium – selbst, wenn sich bei der Wahl kein einziger Student für ihn entscheidet. Es ist also ein wenig wie in der DDR: Man wählt nicht, man bestätigt nur noch Listen. Wie unter solchen Umständen aktive studentische Interessenvertretungen entstehen sollen, die sich jeden Tag aufs Neue motiviert in einen Kampf für ein besseres Studium stürzen, ist fraglich. Dabei wären starke Studentenräte gerade jetzt, nach der Bologna-Reform und mit Verwaltungsgebühren, bitter nötig. weiterlesen…

Und er lohnt sich doch

Der FH-Stura kämpft gegen fragwürdigen Gebäudeabriss

Von Matthias Benkenstein und Robert Wegner

Vom Aussterben bedroht: das Kastanienhaus auf dem FH-Gelände. Foto: FH-STURA

Es ist eine dieser Situationen, in denen man merkt, dass es doch ganz praktisch ist eine Studentenvertretung zu haben, die sich für die Interessen ihrer Kommilitonen einsetzt. Noch im Sommer dieses Jahres war es der feste Entschluss der FH-Hochschulleitung das sogenannte „Kastanienhaus“ abzureißen, einen Flachbau in der Nähe der Mensa an der Carl-Zeiss-Promenade. Das zweistöckige Gebäude sollte – trotz akuten Raummangels – durch eine „Grünfläche“ ersetzt werden. Das ist jetzt aber gar nicht mehr so sicher. Denn sowohl der FH-Stura als auch die Fachschaftsräte und andere engagierte Studenten investierten in den letzten Monaten viel Zeit und Energie, um für den Erhalt des Hauses zu kämpfen.
Bereits im Frühjahr wurde der Abriss des Hauses, in dem bisher die Räume und Büros mehrerer Fachbereiche und ein Computerlabor untergebracht waren, zum ersten Mal im Senat der Fachhochschule besprochen. Kurze Zeit später folgte der entsprechende Beschluss. Grund: Geldknappheit. Die laufenden Betriebskosten seien zu hoch und der Haushalt gebe es nicht her, das Gebäude weiter zu unterhalten. weiterlesen…