Konferenzen, Kind und Kegel

Familiengründung und Wissenschaft

von Corinna Hofmann

Wer eine Karriere in der Wissenschaft anstrebt, wird wahrscheinlich in der Zeit von Studium, Doktorarbeit oder Postdoc-Phase mit der Entscheidung für oder gegen Kinder konfrontiert. Manche glauben, dass die Wahl zwischen Karriere und Familie eine Entweder-oder-Entscheidung darstellt. Drei Frauen, die sich beiden Herausforderungen gestellt haben, erzählen  hier von ihren Erfahrungen.
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Thoskana-Utopie

Einblicke in die schöne neue Uniwelt des Jahres 2016

von Marcus Rockoff und Louisa Reichstetter

2006 wurde die Thoska in Jena eingeführt. Damals malten sich die Akrützel-Redakteure orwellsche Schreckensszenarien aus, welche die elektronische Karte mit sich bringen könnte.

„Die Bibliothek wird in wenigen Minuten schließen,“ tönt es aus den Lautsprechern der Thulb. Es ist die letzte Möglichkeit, noch schnell einige Bücher für das Wochenende auszuleihen. Am Ausleihschalter grüßt die Bibliotheksfachkraft mit stoischer Freundlichkeit und nimmt die mitgebrachten Bücher in Empfang. Nachdem die Barcodes eingescannt wurden und „Thoska V. 6.0“ zur Identifikation vorgezeigt wurde, blickt die Bibliothekarin nochmals leicht verwundert auf ihren Bildschirm: „Sie können zwar George Orwell und Aldous Huxley bis zum 9. Dezember 2016 ausleihen, aber wozu brauchen sie diese denn? Sie studieren doch gar nicht Neusprech, sondern Astralphysik im dritten Semester.“

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Gleichgültigkeit und Grauzonen

Der Aufstand in der Hilfskraft-Hölle bleibt aus

Studenten gelten gemeinhin als recht streitlustiges Volk. Der Wille zum Widerstand endet aber, wenn es um das eigene Karrieresprungbrett geht. Unkraut jäten, das Ego des Professor pflegen und Excel-Tabellen füllen – natürlich schlecht bezahlt – so sieht das Aufgabenprofil eines Traumjobs aus. Studentische Hilfskräfte in Jena verdienen gerade mal 7,45 Euro brutto. Das ist zwar mehr als Studenten hier in manch einem anderen Job erhalten würden, allerdings immer noch unter dem Tarif, den Angestellte verdienen. Als leuchtendes Beispiel für die Situation der studentischen Beschäftigten muss immer Berlin herhalten: Außer in der Hauptstadt fällt die Beschäftigungsgruppe der studentischen Hilfskräfte in keinem Bundesland unter einen Tarifvertrag. Dort bekommen studentische Hilfskräfte ganze 10,98 Euro, Stellen müssen ausgeschrieben werden und Beschäftigungsverhältnisse sind weniger stark befristet. weiterlesen…

Ein hartes Pflaster

Neue Gesprächs-Konzertreihe des Collegium Europaeum Jenense

Fachleute fast unter sich: Moderatorin und Musikerin Christina Rommel umringt von den Podiumsgästen.
Fachleute fast unter sich: Moderatorin und Musikerin Christina Rommel umringt von den Podiumsgästen. Foto: Christoph Worsch.

Wenn man Johannes Strate nach seinem Rat für Nachwuchsmusiker fragt, antwortet er konventionell: „Emsig sein, Songs schreiben und Kontakte knüpfen.“ Doch es schwingt auch etwas anderes mit: Vorsicht. „Ich würde jedem raten, einen Plan B zu haben.“
Viele junge Musiker erhoffen sich ähnlich viel Erfolg wie der Sänger der Band „Revolverheld“ hat. Mit dem als Gesprächs-Konzert konzipierten Format „CollegiumJ. Die Bühne. Musik. Talk. Live“ will das Collegium Europaeum Jenense (CEJ) Medienexperten und Künstler vor Publikum zusammenbringen. weiterlesen…

Die Milchmädchen-Million

Ein bezahlbares Semesterticket auf Zeit?




Vergänglicher Komfort: Noch sind es nur vier Kaffee weniger für sorgenfreies Busfahren.
Foto: Steffen Elsner

Nach vier Verhandlungsrunden über den Preis des Semestertickets für die Beförderung durch die Jenaer Nahverkehrsbetriebe herrscht nun Einigkeit. Um die Jenaer Bus- und Straßenbahnlinien zu benutzen, zahlen die Studenten fortan 58,50 Euro pro Semester. Die vereinbarte Erhöhung von vier Euro gilt allerdings nur für ein Jahr. Dieser temporären Lösung ging eine enorme Preiserwartung der Verkehrsbetriebe voraus. weiterlesen…

„Denken find’ ich immer gut!“

Der neue Bildungsminister Christoph Matschie im Interview

Das Gespräch führten Philipp Böhm und Louisa Reichstetter


Foto: Akrützel/Katharina Schmidt

Erfurt, 20. November. Christoph Matschie erscheint in Begleitung seines Pressesprechers im Foyer des Landtages und bittet zum Interview ins Restaurant „Feininger“. Denn eigene Räume, so sagt der neue Bildungsminister, habe er noch gar nicht.

Herr Minister, wie stehen Sie als Sozialdemokrat eigentlich zum Slogan „Denkfabrik Thüringen“?
(schmunzelt) Also, denken find‘ ich immer gut. Aber ob das eine Fabrik sein muss, da habe ich meine Zweifel. Ich will, dass jenseits von Slogans begriffen wird, dass Bildung und Kreativität das Wichtigste sind, was diese Gesellschaft hat. Ohne gute Bildungspolitik können Menschen ihre Chancen im Leben nicht entfalten.
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